Microsoft: Linux verletzt 42 Patente
Insgesamt verstoße freie Software gegen 235 Patente von Microsoft, so Smith und Gutierrez gegenüber Fortune. Während der Linux-Kernel gegen 42 Microsoft-Patente verstoßen soll, verletzte das "grafische Linux-Interface" 65 Patente. Damit sind vermutlich die Desktop-Systeme Gnome und KDE gemeint, da Linux, der Kernel, über keine grafische Schnittstelle in der beschriebenen Art verfügt. Die Office-Suite OpenOffice.org, hinter der unter anderem Sun steht, soll 45 Patente von Microsoft verletzen, während Microsoft bei E-Mail-Programmen 15 Patentverletzungen gefunden haben will. Auch hier ist unklar, welche E-Mail-Clients gemeint sind. Weitere Open-Source-Software soll gegen 68 Patente von Microsoft verstoßen, heißt es im Fortune-Artikel(öffnet im neuen Fenster).
Bei der Durchsetzung der Patente hat Microsoft nach Angaben von Fortune sich bislang auf direkte Abkommen mit großen Unternehmen beschränkt. Es habe Gespräche gegeben, so Smith gegenüber Fortune, Unternehmen seien sehr sensibel, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums gehe. Einige Unternehmen hätten so bereits Verträge mit Microsoft abgeschlossen, wollten aber nicht namentlich genannt werden.
Andere hätten Microsoft aufgefordert, direkt mit den Linux-Anbietern zu verhandeln – das habe Microsoft getan und sowohl mit Red Hat als auch Novell gesprochen. Novell verkündete im Jahr 2006 ein Abkommen mit Microsoft, wies aber Microsofts Darstellung im Hinblick auf Patentverletzungen zurück. Das Abkommen ist komplex und umstritten, mit der GPLv3 sollen entsprechende Vereinbarungen unterbunden und Microsoft so in seine Schranken verwiesen werden. Das letzte Wort ist hier aber wohl noch nicht gesprochen, die Thematik dürfte noch über Jahre nicht nur Juristen beschäftigen.
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