Premiere - Mal gestochen scharf, mal Pixelmatsch
Die Qualität der digitalen TV-Übertragung steht und fällt mit der Bitrate, mit der Bild und Ton zu den Zuschauern gelangen. Nach Meinung von Digital Fernsehen besteht bei Premiere Nachholbedarf: "Die Transponderkapazitäten müssten deutlich erhöht werden, um die Übertragungsqualität zu verbessern." DF-Chefredakteur Marc Hankmann vermutet, dass bei Premiere der Rotstift regiert und in dieser Hinsicht gespart wird.
Besonders auffällig seien die niedrigen Datenraten, mit denen die Kanäle des Thema-Pakets gesendet werden. Angebote wie 13th Street oder SciFi bleiben weit unter 3 MBit/s und weisen bereits deutliche Bildfehler auf. Besonders schlecht schnitt der Kanal Animal Planet ab, in dessen Tierdokumentationen die Landschaft teilweise so aussieht, "als bestünde sie aus Lego-Steinen" , so die Kritik.
Im DF-Testlabor wurden auch Bildqualität und Bitraten der beiden hochauflösenden Premiere-Kanäle Premiere HD und Discovery HD gemessen. Hier sorgten Übertragungsraten von 18 bzw. 19 MBit/s für "eine optimale Bildqualität, die selbst mit den Formaten Blu-ray und HD-DVD mithalten" könne.
Die Bitrate ist abhängig von der Anzahl der Kanäle, die über einen Transponder ausgestrahlt werden. Der Datenstrom muss auf die Angebote aufgeteilt werden. Eigentlich sollten das laut Digital Fernsehen(öffnet im neuen Fenster) nicht mehr als acht TV-Kanäle sein. "Aus Kostengründen sind es häufig deutlich mehr" , moniert die DF-Redaktion.
Ob sich das in nächster Zeit ändern könnte, bleibt zu bezweifeln – obwohl es Premiere mittlerweile wieder besser geht. Trotz Verlust der Bundesliga-Rechte konnten im 1. Quartal 2007 dank Sparkurs schwarze Zahlen – auch unter dem Strich – geschrieben werden. Zwar sank der Umsatz, dafür konnten aber die Kosten deutlicher gesenkt werden.



