Interview: "Open Source ist wichtig für den OLPC"

Golem.de: Ich las kürzlich einen Kommentar, in dem jemand gegen Linux auf dem OLPC schrieb. Er war davon überzeugt, dass Entwicklungsländer viel lieber die Software hätten, die die meisten Leute nutzen - also Windows. Was sagen Sie dazu?

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Blizzard: Wir haben den OLPC ja bereits in kleineren Projekten ausgegeben. Die Kinder interessiert das Betriebssystem nicht. Wir müssen doch auch sehen, dass wir unsere Erfahrungen nicht auf das Einsatzgebiet des OLPC projizieren können. Schon gar nicht als Erwachsene, die überlegen, was sie für ihre tägliche Arbeit brauchen. Das unterscheidet sich schließlich komplett von Kindern, die lernen. Hier wäre das vermutlich noch anders, doch Kinder in Entwicklungsländern haben keinen Bedarf nach Windows, da sie dort keinen Zugang zu "gewöhnlichen" Computern haben. Wir haben ihnen die Werkzeuge gegeben, um Informationen unabhängig vom Format zu nutzen. Es gibt doch eine Menge offener Formate, insofern schränken wir da niemanden ein.

Golem.de: Was hat Red Hat denn am Linux-System für den OLPC geändert?

Blizzard: Wir haben viel geändert, wobei wir noch immer auf die normale Basis eines Linux-Systems setzen. Es gibt also einen Linux-Kernel, es gibt das X-Window-System und eine GNOME-Umgebung, die jedoch verändert wurde. Wir haben dem Ganzen aber ein neues Gesicht gegeben, was beispielsweise auch ermöglicht, einfach Applikationen zu erstellen. Jede Anwendung läuft darüber hinaus im Vollbildmodus und es gibt eine Homepage, die alle wichtigen Informationen darstellt. Auch die Zusammenarbeit ist in Form des Mesh-Netzwerkes eingebaut, die Kinder können sehen, was um sie herum geschieht. Dann haben wir uns noch Problemen wie der Systemverwaltung und der Software-Installation angenommen...

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Golem.de:Zum Beispiel?

Blizzard: Auf einem normalen Linux-System installiert man eine DEB- oder RPM-Datei und die Programmdateien gelangen in ein Systemverzeichnis. Wir installieren alles im Home-Verzeichnis, so dass auch kein Administrator-Passwort benötigt wird. Da auch alle Dateien so zentral liegen, kann ein Programm einfach auf einen anderen OLPC übertragen werden. Bei einer normalen Linux-Installation geht das nicht, ich brauche nicht nur das RPM, sondern muss auch Paketabhängigkeiten erfüllen, also weitere Software installieren. Das geht nicht, wenn ich keinen Internetzugang habe.

Prototyl des OLPC
Prototyl des OLPC
Wir installieren also alles lokal im Benutzerverzeichnis, haben keine Abhängigkeiten, alles ist unabhängig. Nett ist auch: Wenn ich an einer gemeinsamen Aktivität teilnehme, einem Spiel beispielsweise, kann jemand anders dem ganz einfach beitreten. Ein Klick auf das Icon in der Mesh-Ansicht genügt und das Spiel wird automatisch eingerichtet. Die Installation ist gar nicht sichtbar oder besser gesagt, es muss nichts installiert werden. Das ist eine sehr mächtige Funktion und meines Wissens gibt es so etwas bisher nicht.

Golem.de: Werden solche Änderungen evtl. zurück in klassische Linux-Distributionen fließen?

Blizzard: Ich glaube nicht, dass die Linux-Distributionen für solche Änderungen bereit sind. Die meisten erledigen Dinge doch in einer sehr klassischen Herangehensweise. Doch wenn die Umgebung da ist, können die Funktionen natürlich übernommen werden. Man sollte aber nicht vergessen, dass wir diese Lösungen natürlich für den Einsatz auf dem OLPC entwickelt haben. Dennoch werden sich vermutlich Leute daran machen, Entwicklungen zu übertragen bzw. dies geschieht auch schon, um Sugar-Anwendungen auf normalen Linux-Systemen zu nutzen.

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GronkAlonkA 13. Mai 2007

dann bitte auch eine ähnliche lösung für meinen desktop.. usv mit fußpedal

www... 11. Mai 2007

Red Hat[ Linux 5.3 ] hat das IBM-OS/2, wie Microsoft ... . Die hungernden Kinder werden...

nitramk 11. Mai 2007

...wenigstens wachsen die Kinder dann nicht direkt unter den Borg Einflüssen auf und...

blabla 11. Mai 2007

hoffentlich wirds was mit den grossen stückzahlen, mal schauen wie lange es geht bis die...



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