Wii und DS weiterhin knapp
Wie Satoru Iwata zum Abschluss des im März beendeten Geschäftsjahres 2006/2007 erklärte(öffnet im neuen Fenster) , können die bestehenden Händler schon nicht ausreichend bestückt werden. "Unser Inventar ist uns ausgegangen und sie sitzen uns im Nacken" , so Iwata mit der Entschuldigung, dass Nintendo die Nachfrage nicht ausreichend vorhergesehen hat.
Da sich die "außergewöhnliche Situation" , wie sie Iwata bezeichnet, nicht entspanne, müsse man den Wünschen der bestehenden Handelspartner entsprechen und erst einmal ihre Nachfrage befriedigen, bevor man sich weiteren Händlern öffne. Vor allem da die bestehenden Händler mehr Wii und DS von Nintendo erhalten wollen würden.
Seit 2006 produziert Nintendo monatlich rund 2,5 Millionen DS, im Vergleich dazu waren es beim älteren Game Boy Advance – nur für einen kurzen Zeitraum – einmal 2,3 Millionen Stück. Nintendo DS und Nintendo DS Lite wurden im Geschäftsjahr 2006/2007 rund 23 Millionen Mal verkauft, insgesamt konnte Nintendo 40 Millionen der Geräte absetzen.
Beim Wii will Iwata derzeit keine Angaben zur Produktionsmenge machen, hatte aber bereits angekündigt, dass Nintendo bis Ende März 2008, also zum Ende des laufenden Geschäftsjahres 2007/2008, weltweit insgesamt 14 Millionen Wii verkauft haben will. Daraus sollte man aber nicht auf die Produktionskapazitäten schließen, so Iwata. Die geplante – wenn auch geringe – Steigerung der Wii-Produktion würde sich bereits etwas im April/Mai 2007 auswirken. Bis Ende März 2007 konnte Nintendo weltweit 5,84 Millionen Wii verkaufen .
High-Tech-Hardware in nennenswerter Stückzahl zu fertigen und diese dann auch noch zu steigern, ist laut Iwata kein einfaches Unterfangen. "Sobald wir einen Engpass für eine Produktionssteigerung beseitigen, konfrontiert uns der nächste." Dennoch würde die Liefermenge weiter gesteigert – und um Gerüchten entgegenzuwirken, geschähe dies nicht zu Lasten der Technik.
Für die Zeit, in denen die derzeitigen Lieferengpässe gelöst sind, plant Iwata "verschiedene Schritte" , um mehr Menschen mit den beiden Geräten und ihren Spielen anzusprechen. Ziel sei es weiterhin, das "tägliche Leben der Kunden zu bereichern" oder ein "Lächeln auf die Gesichter der Umstehenden" zu bringen.
Einen Engpass bei Wii-Spielen sieht Iwata nicht, in der Tat scheinen die Fans in Japan für die Sommermonate keine Wii-Flaute erwarten zu müssen. Doch in den USA und vor allem in Europa werden die bisher größtenteils nur für Japan angekündigten neuen Nintendo-Titel erst einige Monate später erscheinen, so dass auch Wii-Spieler in diesen Regionen Geduld haben müssen. Im Zusammenhang mit Spielen interessant ist vielleicht auch Iwatas Aussage, dass die Wii-Steuerung auch für Shooter sehr gut geeignet sei – aber etwas mehr Einarbeitungszeit als die üblichen Wii-Spiele erfordere, da beide Hände zum Einsatz kommen. Mit der bei PC-Shootern gewohnten Tastatur- und Maussteuerung könne man dann mithalten.
Über Nintendos Pläne für die Zukunft will Iwata nichts verraten, auf Grund des harten Wettbewerbs bleiben konkrete Ankündigungen deshalb noch aus. "Wir haben in der Vergangenheit einige bittere Erfahrungen damit gemacht, unsere Pläne zu früh offen zu legen. Im Falle des Wii haben viele Menschen gefragt, warum Nintendo den Controller nicht vorstellt. Im Nachhinein denke ich, dass wir richtig gehandelt haben, als wir die Vorstellung bis zur letzten Minute zurückgehalten haben. Im Augenblick habe ich einige sehr konkrete Vorstellungen davon, worüber ich rede. Allerdings werden die Ergebnisse vieler unserer Projekte dem Markt erst in sechs Monaten oder in einem Jahr [...] vorgestellt" , so Iwata. Wegen der Konkurrenz wolle man eine Situation vermeiden, in der ähnliche Produkte durch andere Unternehmen vorgestellt werden.



