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USK-Gutachter weist Pfeiffers Vorwürfe zurück

Gerald Jörns: Luftnummer unter dem Deckmantel einer angeblich seriösen Forschung. Professor Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN), erhebt schwere Vorwürfe gegen die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle. Die Kontrollen seien zu lasch, die Tester möglicherweise selbst abgestumpft. Diesen Unterstellungen widersprach nun Diplompädagoge und USK-Gutachter Gerald Jörns gegenüber Golem.de.
/ Jens Ihlenfeld
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Alle USK-Gutachter hätten ihre Kompetenz seit Jahren unter Beweis gestellt und würden jährlich durch den Beirat der USK bestätigt. Kein Gutachter sei abgestumpft, vielmehr zeichneten sich die Gutachter durch besonderes Engagement und Erfahrung aus, so Jörns.

Der USK-Gutachter kritisiert, dass bei der KFN-Studie zur Überprüfung der Alterskennzeichnungen der USK deren Gutachter überhaupt nicht einbezogen wurden: "Insofern ist die Abstumpfungsbehauptung von Pfeiffer einfach eine Frechheit. Er weiß überhaupt nichts über die Kompetenzen der Gutachter und hat auch nie eine Befragung unter diesem Personenkreis vorgenommen."

Jörns wirft Pfeiffer vor, "eine Luftnummer unter dem Deckmantel einer angeblich seriösen Forschung" zu betreiben. Dabei habe Pfeiffer seine "angeblichen Ergebnisse" bereits in seinem Thesenpapier genannt. "Dient Forschung heute nur noch dazu, diese Arbeitsthesen mit aller Gewalt zu beweisen?" , fragt deshalb Jörns.

Der Pädagoge kritisiert darüber hinaus, dass die USK-Gutachter bei der Verbotsdebatte und Neugestaltung des Jugendschutzrechtes nicht in die Diskussion mit einbezogen werden. Die Experten arbeiten bislang nicht in den entsprechenden Gremien mit.

Gerald Jörns ist langjähriger Experte in Sachen Jugendschutz und seit zwölf Jahren als Gutachter tätig. Er schrieb einst die Gutachten über die ersten Ego-Shooter wie Doom oder Wolfenstein 3D, die zur Indizierung führten. Zudem hatte er einen Lehrauftrag zu der Thematik an der Evangelischen Fachhochschule Hannover.


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