Verdi will mit Telekom-Streik Geschäftskunden treffen
Die Gewerkschaft plane "keinen wilden Rundumschlag", sondern wolle "empfindliche Prestigeprojekte" der Konzerntochter T-Systems "zeitweise lahm legen", meldet der Spiegel unter Berufung auf Ado Wilhelm, Leiter der Abteilung Arbeitskampf bei Verdi.
Vor allem große Versicherungen, Banken oder Industriebetriebe müssten daher ab der kommenden Woche mit eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten rechnen. Privatkunden wolle Verdi bewusst ausklammern, "um die Solidarität der Bevölkerung mit uns nicht aufs Spiel zu setzen", sagte Wilhelm dem Spiegel.
Verdi wolle zudem nicht ausschließen, dass die Kommunikationsinfrastruktur des G8-Gipfels Anfang Juni 2007 in Heiligendamm bestreikt wird, obwohl die Telekom im Vorfeld darum gebeten habe, dies zu unterlassen. Der Konzern fürchte um sein internationales Ansehen, meint Wilhelm, "doch das ist nicht unser Problem."
Die Telekom droht Verdi derweil mit einer Klage, wenn der am Montag beginnenden Urabstimmung bundesweite, flächendeckende Streiks folgen sollten, meldet der Focus. Demnach bereitet der Konzern eine Schadenersatzklage in Millionenhöhe wegen des bevorstehenden Arbeitszeitausfalls vor.
Bereits während der auf drei Tage angesetzten Urabstimmung über den Streik will Verdi insgesamt 30.000 Mitarbeiter zum Warnstreik aufrufen.
Stein des Anstoßes sind Pläne der Telekom, 50.000 Mitarbeiter aus der Festnetzsparte T-Com in neue Service-Gesellschaften auszulagern. Die betroffenen Angestellten sollen durchschnittlich auf 300,- Euro Monatsbrutto verzichten sowie künftig 38 statt derzeit 34 Wochenstunden arbeiten. Laut Focus sollen von der Ausgliederung konkret 21.000 Mitarbeiter aus dem Bereich Kundendienst, 12.000 Mitarbeiter aus Call-Centern sowie 17.000 aus dem Bereich technische Infrastruktur betroffen sein.
- Anzeige Hier geht es zu den besten Deals auf Mobilfunk, Internet und mehr bei der Telekom Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.