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Digg verliert Kampf um Zensur

HD-DVD-Schlüssel ruft verärgerte Nutzer auf den Plan. Nachdem ein Beitrag auf der Nachrichten-Webseite Digg.com gelöscht wurde, protestierten verärgerte Nutzer, indem sie den entsprechenden Link immer wieder einstellten. Mittlerweile lenkte Digg.com ein und will nicht weiter zensieren. Man werde sich den Konsequenzen stellen, heißt es von Digg-Gründer Kevin Rose.
/ Julius Stiebert
47 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)

Anlass für den Nutzer-Aufstand war ein Eintrag auf Digg, der auf einen Schlüssel verwies, um HD-DVDs mit nicht vom AACS-Konsortium lizenzierter Software wiederzugeben. Faktisch wird dabei also der Kopierschutz umgangen, dies ist jedoch nicht zwangsläufig mit dem Erstellen illegaler Kopien verbunden, sondern auch nötig, um beispielsweise HD-DVDs unter Linux anzusehen, da es für dieses Betriebssystem keine lizenzierte Abspiel-Software gibt. Ähnlich sah es schon vor Jahren mit DVDs und dem DeCSS-Code aus.

Auf Digg kann jeder Nachrichten einstellen, andere Nutzer bewerten diese, um sie so auf die Digg-Homepage zu bringen. Der erste Eintrag zum Umgehen des Kopierschutzes wurde von den Digg-Moderatoren gelöscht – was dazu führte, dass Nutzer entsprechende Links immer wieder einstellten. Man sei vom AACS-Konsortium auf einen Urheberrechtsverstoß hingewiesen worden und werde entsprechende Nachrichten daher nicht akzeptieren, hieß es daraufhin von den Digg-Machern(öffnet im neuen Fenster), verbunden mit der Bitte um Verständnis.

Doch die Nutzer gaben offensichtlich nicht auf – und Digg lenkte ein. Digg behält sich zwar vor, bestimmte Einträge – beispielsweise Verweise auf pornografische und illegale Inhalte – zu löschen, in dem aktuellen Fall werde man aber keine Nachrichten mehr entfernen, schrieb Digg-Gründer Kevin Rose daraufhin(öffnet im neuen Fenster). Die Nutzer wollten den Dienst wohl lieber kämpfend sterben sehen, als unter dem Druck einer größeren Firma klein beizugeben und daher Zensur zu akzeptieren, so Rose.

Dies könnte nun freilich tatsächlich zu einer Klage durch das AACS-Konsortium führen, dieses forderte schließlich auch schon Google auf, entsprechende Links zu entfernen. Digg will sich nun den möglichen Konsequenzen stellen. Zumindest sei man dann beim Versuch gestorben, sollte es schief gehen, so Rose.


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