Carnegie-Mellon-Universität will Einstieg in die Robotik erleichtern. Um Schülern, Studenten und anderen Interessierten die Konstruktion von auch drahtlos und über das Internet steuerbaren Robotern zu erleichtern, haben Forscher der US-amerikanischen Carnegie Mellon Universität ein Telepresence Robot Kit (TeRK) entwickelt. Nachdem schon einige Bildungseinrichtungen damit arbeiten, hoffen die Forscher nun, mit einer Online-Gemeinschaft und auf günstigen Standardbauteilen aufsetzenden Selbstbauanleitungen mehr Menschen für die Robotik zu interessieren.
Das TeRK ist kein kompletter kommerzieller Roboter-Bausatz, sondern eher als Überbegriff für Robotik-Projekte zu verstehen, die auf einen von den Carnegie-Mellon-Forschern und dem texanischen Unternehmen Charmed Labs entwickelten Controller namens "Qwerk" setzen. Dieser mit vorinstalliertem Linux 2.6 ausgelieferte Minicomputer beherbergt einen mit 200 MHz getakteten ARM9-RISC-Prozessor, 32 MByte SDRAM, 8 MByte Flash-Speicher, Ethernet, USB 2.0 und verschiedene weitere Schnittstellen.
Während über USB 2.0 etwa Webcams und GPS-Empfänger angeschlossen werden können, erlaubt ein Field Programmable Gate Array (FPGA) vom Typ "Xilinx Spartan 3E FPGA" die Steuerung beliebiger Ein- und Ausgabe-Peripherie, etwa von Motoren, Servos, Kameras oder Verstärkern. Abgesehen davon, dass Qwerk der offizielle TeRK-Controller ist, kann das Gerät laut Charmed Labs auch für die generelle Anwendung in der Robotik und Mechatronik genutzt werden.
Die vom "Community Robotics, Education and Technology Empowerment Lab", kurz CREATE Lab, der Carnegie Mellon University kostenlos auf der TeRK-Website angebotenen Roboter-Bauanleitungen basieren auf Bauteilen, die in Elektronik- und Bastelgeschäften leicht zu kaufen sein sollen. Die nötige Software(öffnet im neuen Fenster) für die einzelnen Roboter wird kostenlos auch im Quellcode angeboten und soll ebenso wie die Bauvorschläge zum Experimentieren einladen.
Die derzeit angebotenen Bauanleitungen(öffnet im neuen Fenster) umfassen einen Stromadapter für den Qwerk, zwei Evolutionsstufen eines kleinen Videokamera-bestückten Roboters mit drei Rädern und eine Infrarot-Sensor-bestückte "Roboter-Blume", die sich Objekten zudrehen und leichte Bälle fangen kann. Die zur Blume gehörige Software erlaubt es, diese mit Hilfe einer einfachen Script-Sprache zu programmieren.
Robotik-Professor Illah Nourbakhsh und sein Team vom CREATE Lab arbeiten gerade an einer weiteren Roboter-Bauanleitung, die Sensoren für Luftqualität und Lärm beinhaltet. Auch ein Rezept für einen ferngesteuerten Teddybär ist in Vorbereitung. Die verschiedenen TeRK-Roboter sollen in Zukunft auch mit dem Microsoft Robotics Studio genutzt werden können. Noch gibt es nur eine erste, eingeschränkte TeRK-Testsoftware dafür.
Vor allem durch eine Netzwerkanbindung, sei es zur Fernsteuerung per Internet, zum Senden von Fotos oder Videos, die Reaktion auf RSS-Feeds oder die Suche nach Informationen im Internet, würden sich viele Möglichkeiten ergeben. "Wir hoffen, dass die Menschen mitbekommen, dass alles möglich ist" , so Nourbakhsh. Zur gegenseitigen Inspiration können TeRK-Bastler ihre eigenen Experimente über die TeRK-Gemeinschaft auch anderen vorstellen.