Wie René Obermann die Telekom zerlegt

Über geringere Löhne und längere Arbeitszeiten will das Unternehmen die Kosten senken - nur so können die geplanten Billigmarken auch erfolgreich am Markt platziert werden. Zumindest in den ersten Jahren soll T-Service im Besitz des Unternehmens bleiben. Ein mittelfristiger Verkauf ist aber nicht nur nicht ausgeschlossen, sondern sogar wahrscheinlich: In den Verhandlungen mit Verdi bot das Unternehmen an, zumindest bis Ende 2010 auf eine Veräußerung zu verzichten.

Sollte die Telekom die Mehrheit an T-Systems abgeben und auch T-Service irgendwann verkaufen, würde sich die Beschäftigtenzahl in Deutschland nochmals halbieren. Übrig bliebe damit trotz diverser Zukäufe auf dem deutschen Markt nur noch ein Viertel des ehemaligen Beamtenapparates "Deutsche Bundespost Telekom", so wurde das Unternehmen nach der Aufspaltung der Deutschen Bundespost noch genannt.

Wettbewerb um jeden Preis

Das Umfeld hat sich seit der Privatisierung aber auch entscheidend geändert: Agierte der Konzern auch in den ersten Jahren nach der Liberalisierung in Deutschland noch in einem relativ geschützten Raum, so trifft ihn spätestens seit zwei bis drei Jahren die volle Härte des Wettbewerbs. Bis zuletzt wehrte sich das Unternehmen gegen den Billig-Trend. Die zu späte Einsicht von Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke, dass sich auch ein Unternehmen mit mehr als 80 Prozent Marktanteil dem Preiskampf nicht entziehen kann, kostete ihn letztendlich den Job.

Ins Internetzeitalter: Telekom mit T-Home und T-Mobile
Ins Internetzeitalter: Telekom mit T-Home und T-Mobile

Pro Monat verliert das Unternehmen zehntausende Kunden - gerade im Festnetzgeschäft wechseln sie in Scharen zur Konkurrenz. Im zukunftsträchtigen Markt für schnelle Internetanschlüsse legt die Telekom zwar immer noch zu, die Wettbewerber wachsen aber deutlich schneller. Der Marktanteil des ehemaligen Staatskonzerns sinkt - immer noch und immer schneller. Der Kunde und nicht der Telekom-Mitarbeiter kann sich über die Entwicklung freuen: Kostete ein Ferngespräch in Deutschland Mitte der 90er noch 30 Cent, sind jetzt bei manchem Billiganbieter nur noch zwischen ein und zwei Cent fällig.

Auch Theo Waigel hätte gerne Aktien gekauft

Dem Aktienkurs hat der Umbau der Telekom in Deutschland bisher nur wenig gebracht. Zurzeit notiert das ehemals als Volksaktie gefeierte Papier bei 13,22 Euro und damit immer noch unter dem ersten Ausgabekurs von 14,57 Euro. Dabei hätte sogar der damalige Finanzminister Theo Waigel gerne T-Aktien gekauft. Ein "Gefühl des politischen Anstands" hat ihn davon abgehalten. Wäre er nicht Finanzminister, hätte er "in exzessivem Ausmaß" T-Aktien geordert, verkündete der CSU-Politiker am 19. November 1996, dem ersten Tag der Telekom-Papiere auf dem Frankfurter Börsenparkett.

Heute dürfte Waigel froh sein, dass er keine Aktien gekauft hat. Über den schon damals begonnenen enormen Arbeitsplatzabbau sprach der CSU-Politiker 1996 nicht. Waigel konnte ja nicht ahnen, dass auch elf Jahre später ein Ende des Schrumpfungsprozesses nicht in Sicht ist. Bis 2012 will das Unternehmen das gesamte Netz auf Internettechnik umstellen - die Mehrzahl der Techniker wären dann überflüssig.

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Ich und ich 29. Sep 2009

hey ich versteh nicht wie ihr euch hier so anzicken könnt. Die Telekom ist garnicht so...

Rigoroser... 26. Apr 2007

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, dieser Meinung schließe ich mich voll und ganz an!

Joe700 26. Apr 2007

per Handy... hmm, das kann bei 01805-Nummern dann wirklich teuer werden. Das sollte man...

Hurz 26. Apr 2007

Nichts, die Bundesregierung hält selbst jede Menge T-Aktien...



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