Folding@Home für PlayStation 3 soll schneller werden
Wie Sony Computer Entertainment in Japan ankündigte, wird der neue Folding@Home-Client mit der Versionsnummer 1.1 ab dem morgigen 27. April 2007 zum Download über das PlayStation Network zur Verfügung stehen. Ist eine Vorgängerversion bereits installiert, so aktualisiert sie sich selbstständig. Wie gehabt, kann der Client so eingestellt werden, dass er nicht nur - wie es bei der Grundeinstellung der Fall ist - beim direkten Aufruf über die Bedienoberfläche läuft, sondern auch dann, wenn die PlayStation 3 gerade nichts zu tun hat.
Neben der in Aussicht gestellten verbesserten Leistung ermöglicht Folding@Home 1.1 laut Sony auf dem dargestellten virtuellen Globus auch eine bessere geographische Zuordnung anderer am Projekt beteiligter Nutzer. Dazu werden die jeweiligen IP-Adressen ausgewertet. Außerdem lassen sich ab der neuen Version längere Spendernamen eingeben.
Die PlayStation 3 kann seit März 2007 für das Folding@home-Projekt arbeiten, innerhalb eines Monats sollen sich 250.000 verschiedene Nutzer dafür mit ihrer Spielekonsole angemeldet haben. Anfang April 2007 hieß es, dass davon nur 11.000 bis 12.000 PS3-Nutzer auch gleichzeitig aktiv seien. Das ist zwar nur ein Teil der bisher verkauften PlayStation-3-Geräte, doch sei das Rechennetzwerk der Stanford University damit schon um gemittelte 400 Teraflops leistungsstärker geworden - in Spitzenzeiten sollen es auch mal 700 Teraflops sein. Dadurch, dass die Zusammenarbeit von Sony Computer Entertainment und der Universität dem Projekt mehr Aufmerksamkeit verschaffte, soll auch die Zahl der aktiven PCs im März um 20 Prozent angestiegen sein.
PlayStation-Cheftechniker Masayuki Chatani hofft nun, dass zu Gunsten der akademischen Forschung noch mehr PS3-Nutzer mitmachen, den Folding@Home-Client laufen lassen und dem Projekt damit dazu verhelfen, als Erstes die Rechenleistung von einem Petaflop zu erreichen - eine Marke, die in der Computergeschichte noch nie zuvor erreicht worden sei.
Sony hatte bereits angekündigt, auch andere Projekte unterstützen zu wollen - eine kommerzielle Nutzung der Rechenleistung erwägt das Unternehmen ebenfalls. Dabei stellt sich dann allerdings umso mehr die Frage, ob Nutzer dafür auf irgendeine Weise belohnt werden, denn auf der Stromrechnung macht sich eine länger eingeschaltete PlayStation 3 durchaus bemerkbar.
Folding@Home-Leiter und Chemie-Professor Vijay Pande zeigte sich begeistert von der Unterstützung durch die PlayStation-3-Nutzer, die Erwartungen seien übertroffen worden und die zusätzliche Rechenleistung würde dem Projekt einen "dramatischen Schub" nach vorne bescheren. Einige Simulationen hätten damit in wenigen Wochen erledigt werden können, anstatt dass sie erst in einem Jahr fertig geworden wären.
Derzeit bereitet das Folding@Home-Team einige neue Simulationen vor, mit denen die Studien zu Alzheimer und anderen mit Proteinen in Verbindung gebrachten Erkrankungen fortgeführt werden.



