Abo
  • Services:

Interview: Ein Filter ist mir lieber als ein Avatar

Cyberpunk-Schriftsteller und Avatar-Erfinder Neal Stephenson im Gespräch

Neal Stephenson gilt als Erfinder des Begriffs "Avatar" und geistiger Vater virtueller 3D-Welten. Bodo Mrozek sprach für die Netzeitung mit dem US-Schriftsteller über seine Utopien. Nach Abschluss seiner Barock-Trilogie widmet er sich wieder der Science-Fiction.

Artikel veröffentlicht am , nz

Netzeitung.de: Herr Stephenson, wie gefällt Ihnen die Online-Welt Second Life?

Neal Stephenson: Ich bin noch nie dort gewesen, darum weiß ich nicht viel darüber.

Netzeitung.de: Das ist schwer zu glauben. In Ihrem Roman "Snow Crash" haben Sie 1992 diese virtuelle Welt praktisch erfunden.

Stephenson: Ein Freund von mir drückt es gerne so aus: Wir haben nur 30.000 Tage zu leben. Ich habe bereits mehr als 17.000 davon verbraucht. Ein räumliches Internet ist eine interessante Idee, aber es gibt andere spannende Möglichkeiten, meine verbleibenden 13.000 Tage zu nutzen. In dieser Zeit könnte ich großartige Menschen treffen, Zeit mit meinen Lieben verbringen, gute Bücher lesen oder schöne Teile der Erde besuchen. Wenn ich auf meinem Totenbett liege, werde ich kaum sagen: Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit damit verbracht, auf meinem Arsch zu sitzen und auf Pixel zu starren.

Neal Stephenson
Neal Stephenson
Stellenmarkt
  1. Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) gGmbH, Köln
  2. BWI GmbH, Nürnberg, München, Rheinbach

Netzeitung.de: Interessiert es Sie denn gar nicht, wie Ihre Vision umgesetzt wird? Sie gelten immerhin als Vordenker, wenn nicht sogar als geistiger Vater von Second Life.

Stephenson: Die Anerkennung für die Entwicklung sollte wohl eher den Programmierern von "Second Life" zuteil werden. Ja, ich bin neugierig darauf, wie es umgesetzt wurde. Aber es wird vielleicht noch eine Weile existieren und sich entwickeln. Wenn jemand 1993 zu mir gekommen wäre und gesagt hätte: Da ist ein neues Ding, das heißt World Wide Web, es ist fantastisch, Sie müssen es sich ansehen, hätte ich es mir ansehen können. Aber ich kann es mir auch im Jahr 2007 noch ansehen, wenn es besser funktioniert und mehr interessante Inhalte bereithält.

Interview: Ein Filter ist mir lieber als ein Avatar 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 194,90€
  2. 99,90€

ThadMiller 03. Mai 2007

Meiner Einschätzung nach wird es nie KI geben die auch nur im entferntesten an die des...

Zim 25. Apr 2007

Hatte man in den anderen Ultima Teilen schon Avatare die auch so genannt wurden und wo...

Zim 25. Apr 2007

ROFL Dann halt auch du dich daran bitte dran. Wir haben deine Meinung jetzt alle...

feierabend 25. Apr 2007

seh ich ganz anders. Ein guter schluss ist vielleicht ein schöner Abschluss. aber das...

Interessant 25. Apr 2007

sehr guter text


Folgen Sie uns
       


Schneller 3D-Drucker vom Fraunhofer IWU - Bericht

Ein 3D-Drucker für die Industrie: Das Fraunhofer IWU stellte auf der Hannover Messe 2019 einen 3D-Drucker vor, der deutlich schneller ist als herkömmliche Geräte dieser Art.

Schneller 3D-Drucker vom Fraunhofer IWU - Bericht Video aufrufen
Programmierer: Wenn der Urheber gegen das Urheberrecht verliert
Programmierer
Wenn der Urheber gegen das Urheberrecht verliert

Der nun offiziell beendete GPL-Streit zwischen Linux-Entwickler Christoph Hellwig und VMware zeigt eklatant, wie schwer sich moderne Software-Entwicklung im aktuellen Urheberrecht abbilden lässt. Immerhin wird klarer, wie derartige Klagen künftig gestaltet werden müssen.
Eine Analyse von Sebastian Grüner

  1. Urheberrecht Frag den Staat darf Glyphosat-Gutachten nicht publizieren
  2. Vor der Abstimmung Mehr als 100.000 Menschen demonstrieren gegen Uploadfilter
  3. Uploadfilter SPD setzt auf Streichung von Artikel 13

Audiogesteuerte Aktuatoren: Razers Vibrationen kommen aus Berlin
Audiogesteuerte Aktuatoren
Razers Vibrationen kommen aus Berlin

Hinter Razers vibrierenden Kopfhörern, Mäusen und Stühlen steckt eine Firma aus Berlin: Lofelt produziert die Aktuatoren, die durch Audiosignale zur Vibration gebracht werden. Die Technik dahinter lässt sich auch auf andere Bereiche anwenden, wie wir uns anschauen konnten.
Von Tobias Költzsch

  1. Onlineshop Razer schließt belohnungsbasierten Game Store
  2. Raptor 27 Razer stellt seinen ersten Gaming-Monitor vor
  3. Turret Razer stellt offizielle Tastatur und Maus für Xbox One vor

Verschlüsselung: Ärger für die PGP-Keyserver
Verschlüsselung
Ärger für die PGP-Keyserver

Die Schlüsselserver für PGP sind so ausgelegt, dass sie fast alles ungeprüft akzeptieren. Das führt zu zahlreichen Problemen, zuletzt wurden die Keyserver aufgrund von Angriffen mit vergifteten Schlüsseln immer unzuverlässiger.
Ein Bericht von Hanno Böck

  1. OpenPGP/GnuPG Signaturen fälschen mit HTML und Bildern
  2. GPG-Entwickler Sequoia-Projekt baut OpenPGP in Rust

    •  /