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Interview: Ein Filter ist mir lieber als ein Avatar

Netzeitung.de: "Snow Crash" kann man auch als Warnung vor dem Internet interpretieren. Wie etliche Cyberpunk-Geschichten hat er Aspekte einer Dystopie, also einer negativen Utopie: Das Internet ist gefährlich und kann zur Droge werden. Heute ist die allgemeine Sicht auf das Netz eher euphorisch. Unter dem Begriff Web 2.0 erhoffen sich viele eine große Kommerzialisierung. Was für eine Entwicklung erwarten Sie?

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Stephenson: Ich denke, das Internet hat einen Kater. Es gibt zu viel Mist da draußen, zu viel Gift im System, der gefiltert und entsorgt werden müsste. Ein guter Mikrokosmos im großen Netz ist Wikipedia. Sein Wachstum ist ein kleines Wunder, aber es kann nur besser werden mit Filtern, die schlechte Inhalte abhalten. Die Entwicklung solcher Filter, die schon im Gange ist, wird einigen Ärger stiften. Aber die Qualität danach wird sich entscheidend verbessern.

Netzeitung.de: Nach Ihrem Cyberpunk-Roman sind Sie als Schriftsteller in die Vergangenheit abgetaucht. Ihre Romane haben sich mit der Kryptologie im Zweiten Weltkrieg und den Naturwissenschaften des 17. Jahrhunderts beschäftigt. Welche historische Epoche ist für Sie die technologisch innovativste?

Stephenson: Innovationen geschehen, wenn viele normale Menschen Zugang zu den nötigen Werkzeugen und Ressourcen erhalten. Während der kopernikanischen Revolution hat sich die Gangart etwas beschleunigt, aber die Innovation war immer noch auf wenige eher vermögende und gebildete Menschen beschränkt. Ich glaube, das goldene Zeitalter der Innovationen begann 1714, zu dem Zeitpunkt, an dem mein Barock-Zyklus endet. Diese Ära dauerte vielleicht 300 Jahre, Höhepunkte waren die Erfindungen von Nikolas Tesla und Thomas Edison. Das späte 20. Jahrhundert war vergleichsweise weniger innovativ, obwohl durch die Entwicklung des Computers eine gewisse Revitalisierung einsetzte.

Netzeitung.de: Und diese Entwicklung ist jetzt zu Ende?

Stephenson: Das Problem heute ist, dass die Werkzeuge, die man braucht, um neue Technologien zu entwickeln, für normale Menschen zu teuer und zu kompliziert sind. Deshalb stehen sie nur großen Firmen zur Verfügung. Gleichzeitig sind Technologien so kompliziert geworden, dass es für Individuen schwer ist, Neues zu erschaffen. Stattdessen ist ein großes Team von Ingenieuren notwendig. Das erfordert Kapital. Doch diejenigen, die eine Firma leiten, gehen meist nur widerwillig Risiken ein.

Netzeitung.de: Sehen Sie Parallelen zwischen den barocken Wissenschaften und dem heutigen Informationszeitalter?

Stephenson: Zur Zeit der frühen Royal Society und zu Beginn der digitalen Revolution waren die Bedingungen so, dass wenige Menschen mit großen Ideen die Welt verändern konnten. Manche von ihnen wurden berühmt und vermögend, andere arm und einsam. Der Unterschied ist, dass zu Zeiten der Royal Society wissenschaftliche Erkenntnisse produziert wurden, in der digitalen Revolution dagegen Software.
Die Wissenschaft hat über hunderte von Jahren Bestand, die Software dagegen kann schon in ein paar Monaten überholt sein. Interessant vom humanistischen Standpunkt aus ist das Aufblühen von Individualität - im Guten wie im Schlechten.

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ThadMiller 03. Mai 2007

Meiner Einschätzung nach wird es nie KI geben die auch nur im entferntesten an die des...

Zim 25. Apr 2007

Hatte man in den anderen Ultima Teilen schon Avatare die auch so genannt wurden und wo...

Zim 25. Apr 2007

ROFL Dann halt auch du dich daran bitte dran. Wir haben deine Meinung jetzt alle...

feierabend 25. Apr 2007

seh ich ganz anders. Ein guter schluss ist vielleicht ein schöner Abschluss. aber das...

Interessant 25. Apr 2007

sehr guter text


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