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Interview: Ein Filter ist mir lieber als ein Avatar

Netzeitung.de: Ihr Roman "Snow Crash" etablierte den Begriff Avatar für virtuelle Figuren. Wie kamen Sie gerade auf dieses ursprüngliche Hindu-Wort?

Stephenson: Ich brauchte ein einfaches, möglichst cool klingendes Wort, um den "Körper" eines Nutzers in der virtuellen Welt zu benennen. Ich begann im Umfeld der Idee der Inkarnation zu suchen. Das führte mich schnell zum Begriff Avatar, der die naheliegende Wahl war. Später fand ich heraus, dass andere es bereits vor mir benutzt hatten. Die Entwickler Chip Morningstar, Randy Farmer und Doug Crockford verwandten das Wort in ihrem Online-Projekt "Habitat".

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Netzeitung.de: In einem Interview sagten Sie, "Snow Crash" sei zwar Science-Fiction-Literatur, habe aber als prophetische Vision versagt, da sich niemand ernsthaft für 3D interessiere. Das war vor vier Jahren. Inzwischen sind 3D-Animationen im Internet ein großes Thema. Würden Sie Ihren Roman heute anders beurteilen?

Stephenson: Ich meinte damals Interfaces wie Helme oder Masken, die man sich über das Gesicht zieht und die den Ort bestimmen, an dem man sich im realen Raum bewegt. Solche Visionen waren eine Marotte der frühen Neunziger, die heute absurd erscheint.

Vieles, was jetzt als 3D verkauft wird, ist in Wahrheit 2D. Weil alles, was auf einem flachen Monitor erscheint, nun mal nicht räumlich ist, selbst wenn es so wirken soll. Und es sieht nicht so aus, als würde sich das in naher Zukunft ändern.

Netzeitung.de: Dennoch wird derzeit mit viel Kraft versucht, die Illusion der Dreidimensionalität auf 2D-Bildschirmen zu erwecken. Unternehmen eröffnen Repräsentanzen im Second Life, ganze Städte werden räumlich und detailliert im Internet nachgebildet. Können Sie sich vorstellen, dass das Internet als "Flat World" aus Texten und Fotos bald Vergangenheit sein könnte?

Stephenson: Der Schlüssel zur Beantwortung dieser Frage liegt in sehr viel Energie und Geld. Hauptgrund für den Erfolg des Netzes ist aber, dass es beides nicht unbedingt verlangt. Leute ohne technischen Sachverstand können Websites heute leicht gestalten und verwalten. Ich kann ein Foto mit meinem Telefon knipsen, es über Bluetooth auf meinen Computer laden und in zwei Minuten auf einer Wiki-Seite veröffentlichen. Mir ist bewusst, dass ein großer Teil der Popularität von Second Life darauf beruht, dass seine Nutzer personalisierte Avatare und dreidimensionale Landschaften erstellen können.

Netzeitung.de: Wird dies die Zukunft im Netz sein?

Stephenson: In vielen Fällen ist 3D nicht sinnvoll. Die meisten Inhalte des Internets basieren auf Dokumenten wie Texten, Fotos, Videos und Audio. Die sind extrem benutzerfreundlich, so wie sie sind. Die Frage ist: Was kann eine 3D-Landschaft anbieten, das den hohen Aufwand rechtfertigen würde? Zwei Antworten sind: eine naturalistische soziale Interaktion und die Möglichkeit, die Warenwelt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Andere Lösungen werden mit der Zeit sicher kommen. Aber Text, Fotos, Video und Audio werden daneben bleiben.

 Interview: Ein Filter ist mir lieber als ein AvatarInterview: Ein Filter ist mir lieber als ein Avatar 

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ThadMiller 03. Mai 2007

Meiner Einschätzung nach wird es nie KI geben die auch nur im entferntesten an die des...

Zim 25. Apr 2007

Hatte man in den anderen Ultima Teilen schon Avatare die auch so genannt wurden und wo...

Zim 25. Apr 2007

ROFL Dann halt auch du dich daran bitte dran. Wir haben deine Meinung jetzt alle...

feierabend 25. Apr 2007

seh ich ganz anders. Ein guter schluss ist vielleicht ein schöner Abschluss. aber das...

Interessant 25. Apr 2007

sehr guter text



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