Keine Panik: SPD gegen reflexartige Gewaltspielverbote

Die USK, die mancher Politiker gern voreilig abschaffen würde, weil er mit den Alterseinstufungen der versammelten Experten nicht übereinstimmen mag, erhielt im Rahmen des Pressegesprächs auch Rückendeckung durch die SPD-Bundestagsfraktion. Die regulierte Selbstkontrolle erlaube kein Hineinreden in die Alterseinstufungen, es würde der Selbstkontrolle widersprechen. Ein Abschaffen der USK hält Körper für nicht sinnvoll - "das Prinzip ist ein Gutes", das Instrument sollte "nicht leichtfertig aufs Spiel" gesetzt werden und die USK würde auch im europäischen Ausland immer wieder gelobt.

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Gleichwohl könnte laut Griefahn - die sich persönlich als Fan der USK bezeichnet - überprüft werden, was sich verbessern lässt und ob sich mögliche Lücken bei Verweigerung der USK-Einstufung eines allzu derben Spiels und das dann nötige Indizierungsverfahren ergeben. Auch sollte überprüft werden, ob das Experten-Team der USK nicht ausgebaut werden müsste, beispielsweise durch einen Kriminologen. Damit scheint allerdings nicht unbedingt Christian Pfeiffer, der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e.V., gemeint zu sein. Pfeiffer und Manfred Spitzer, der Leiter der psychiatrischen Uni-Klinik in Ulm, warnen nach Amokläufen immer wieder medienwirksam vor "Killerspielen" und sehen in ihnen eine direkte Gefahr für die Gesellschaft.

Dass jedoch hinter Amokläufen von Jugendlichen in der Regel viel mehr steckt als Spiele mit gewalttätigen Inhalten, ist laut Griefhahn "sehr offensichtlich". Meist sei im Vorfeld klar gewesen, dass es sich um Jugendliche mit sozialen Problemen gehandelt habe, nur wäre nicht reagiert worden - und Ansprechpartner würden für Kinder und Jugendliche nicht zur Verfügung stehen. In Anbetracht der in den letzten Jahrzehnten gestrichenen Gelder für Jugend- und Sozialarbeit verwundert das nicht.

Als ein Journalist anmerkte, dass ausgerechnet diejenigen Länder sich für Gewaltspielverbote stark machen würden, die ihre Unterstützung für Jugendliche am stärksten zurückgeschnitten hätten, antwortete Körper, dass die geforderten Verbote nur den Anschein reger Tätigkeit erwecken würde. Weitere Spitzen gegen den Koalitionspartner schoss er jedoch nicht ab - das Ziel sei es, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen, es könne nur gemeinsam an der Thematik gearbeitet werden. Einfach werde das aber nicht, so Körper.

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Um friedlichen Spielen mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, denkt die SPD-Bundestagsfraktion über eine mit Preisgeld bestückte regelmäßige Auszeichnung nach - ein Instrument zur Förderung für "positive Spiele".

Gleichzeitig wurde die deutsche Spielebranche für ihre qualitativ hochwertigen Spiele gelobt, die im internationalen Vergleich besser seien - zudem gebe es nur wenige Gewaltspiele aus Deutschland, was den SPD-Politikern gefällt.

Leider wurde dabei aber übersehen, dass deutsche Spiele international eine nur eher geringe Rolle spielen, was die deutsche Entwicklerszene am vergangenen Freitag anlässlich der Konferenz Quo Vadis 2007 erneut feststellte. Der einzige Erfolg aus Deutschland war bis jetzt ausgerechnet der von Crytek für Erwachsene entwickelte Shooter Far Cry, mit Crysis - ebenfalls ein Shooter - arbeitet das mittlerweile stark gewachsene Team längst am nächsten potenziellen internationalen Hit. Allerdings gibt es noch genügend andere Spielgenres, die Menschen aus aller Welt begeistern - wenn Deutschland hier Kultur exportieren will, wie es der SPD vorschwebt, dann muss es allerdings noch einiges von der Konkurrenz aus dem Ausland lernen.

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 Keine Panik: SPD gegen reflexartige Gewaltspielverbote
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chk23 25. Apr 2007

Und nochmal: Die nicht normal sozialisierten Menschen brauchen keine "Killerspiele" als...

Demokrat 24. Apr 2007

Heute behaupten sie das eine, um morgen das andere zu machen. Und insgeheim lachen sie...

chk23 24. Apr 2007

Spielen tun es Erwachsene bis hin zum 60 Jährigen. Der Durchschnitt liegt bei über 30...

Doode 24. Apr 2007

Es macht mich wirklich glücklich, wenn ich sehe, dass scheinbar alle anderen Probleme...



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