Abo
  • IT-Karriere:

Linux-Verband kritisiert Vergabepraxis des Bundestages

Verein beruft sich auf interne Informationen der Bundestagsverwaltung

Der Linux-Verband behauptet, dass die IT-Strategie der Bundestagsverwaltung mit dem Gremium des Ältestenrates manipuliert wird. So soll die auf freier Software basierende E-Mail-Infrastruktur auf Grund eines Beschlusses des Gremiums um Microsoft Exchange ergänzt werden. Dabei bezieht sich der Verband auf interne Informationen.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

Seine Vorwürfe gründet der Linux-Verband auf ihm zugespielte interne Informationen, die er als vertrauenswürdig einstuft. Diese legten den Verdacht nahe, dass an den Fachabteilungen vorbei mit dem Gremium des Ältestenrates die IT-Strategie der Bundestagsverwaltung manipuliert werde. Entsprechende Beschlüsse führten unter anderem dazu, dass die vorhandene freie und kostengünstige Basis der E-Mail-Infrastruktur durch Microsoft Exchange ergänzt werden soll. Richtlinien zur Auftragsvergabe würden dabei umgangen und damit die Entscheidung für Open Source wieder umgedreht.

Stellenmarkt
  1. TÜV SÜD Gruppe, München
  2. Wilhelm Layher GmbH & Co. KG, Güglingen

"Obwohl wir zweifelsfrei wissen, dass ein Projekt mit dieser Zielrichtung beim Bundestag läuft, hat es keine öffentliche Ausschreibung gegeben", so der Linux-Verband-Vorsitzende Elmar Geese zu dem geplanten Exchange-Einsatz. Auf Anfrage des Linux-Verbandes habe das zuständige Referat erklärt, dass auch keine Ausschreibung geplant sei. Ob ein Projekt laufe, wurde laut Linux-Verband nicht beantwortet, die dem Verein vorliegenden Unterlagen ließen allerdings keinen Zweifel daran.

Laut Linux-Verband habe es zwar im Vorfeld Evaluationen einiger Anbieter gegeben, die dann aber nicht zu einem Angebot aufgefordert wurden. Durch den Verzicht auf eine öffentliche Ausschreibung seien jedoch nicht alle Produkte berücksichtigt worden, die den geforderten Leistungsumfang bieten würden. Nicht zuletzt würde so konkurrierenden Unternehmen der Wettbewerb und Bürgern die Kontrolle über die Verwendung von Steuergeldern entzogen, so der Linux-Verband.

Der Pilotversuch laufe nun mit einer Lösung, die den Internet Explorer für den vollen Funktionsumfang voraussetze, was komisch anmute, da die Bundestagsverwaltung bisher aus Sicherheitsgründen den Mozilla-Browser nutzte, gibt der Linux-Verband weiter an. "Es kann nicht angehen, dass Abgeordneten für Jahre der Einsatz von freier Software unmöglich gemacht wird", so Geese weiter. Wer auf Microsoft verzichten wolle, müsse dies diskriminierungsfrei umsetzen können. Wenn dies jedoch verhindert würde, so müsse die Frage nach den Motiven zugelassen sein. Nach Informationen des Linux-Verbandes wurde die nun getroffene Entscheidung jedoch im Ältestenrat getroffen, ohne dass es eine technisch oder fachlich motivierte Entscheidungsgrundlage gebe, die leicht nachvollziehbar sei.

Beim Linux-Verband haben sich nach eigenen Angaben bereits kritische Stimmen aus Unternehmerkreisen gemeldet, die rechtliche Schritte gegen den Bundestag prüfen.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 529,00€
  2. 114,99€ (Release am 5. Dezember)
  3. 349,00€
  4. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

Michael - alt 25. Apr 2007

Wobei ich mich schon deutlich gebessert habe ;-)

BSDDaemon 24. Apr 2007

Seit wann haben Kinder es?

Michael - alt 24. Apr 2007

Naja, wenn MS einen Betrag von 20$ an Lizenzen abführen muß pro Kopie und Linux nicht...

Lenny Saftig 24. Apr 2007

Ich hab von Vergaberecht praktisch keine Peilung, aber es mutet doch sehr merkwürdig an...

Lenny Saftig 24. Apr 2007

Na und, deshalb wird Linux ja nicht automatisch zu etwas schlechtem. Durch den Einsatz...


Folgen Sie uns
       


Red Magic 3 - Test

Das Red Magic 3 richtet sich an Gamer - dank der Topausstattung und eines Preises von nur 480 Euro ist das Smartphone aber generell lohnenswert.

Red Magic 3 - Test Video aufrufen
Raumfahrt: Galileo-Satellitennavigation ist vollständig ausgefallen
Raumfahrt
Galileo-Satellitennavigation ist vollständig ausgefallen

Seit Donnerstag senden die Satelliten des Galileo-Systems keine Daten mehr an die Navigationssysteme. SAR-Notfallbenachrichtigungen sollen aber noch funktionieren. Offenbar ist ein Systemfehler in einer Bodenstation die Ursache. Nach fünf Tagen wurde die Störung behoben.


    In eigener Sache: Golem.de bietet Seminar zu TLS an
    In eigener Sache
    Golem.de bietet Seminar zu TLS an

    Der Verschlüsselungsexperte und Golem.de-Redakteur Hanno Böck gibt einen Workshop zum wichtigsten Verschlüsselungsprotokoll im Netz. Am 24. und 25. September klärt er Admins, Pentester und IT-Sicherheitsexperten in Berlin über Funktionsweisen und Gefahren von TLS auf.

    1. In eigener Sache Zweiter Termin für Kubernetes-Seminar
    2. Leserumfrage Wie können wir dich unterstützen?
    3. In eigener Sache Was du schon immer über Kubernetes wissen wolltest

    Transport Fever 2 angespielt: Wachstum ist doch nicht alles
    Transport Fever 2 angespielt
    Wachstum ist doch nicht alles

    Wesentlich mehr Umfang, bessere Übersicht dank neuer Benutzerführung und eine Kampagne mit 18 Missionen: Das Schweizer Entwicklerstudio Urban Games hat Golem.de das Aufbauspiel Transport Fever 2 vorgestellt - bei einer Bahnfahrt.
    Von Achim Fehrenbach

    1. Mordhau angespielt Die mit dem Schwertknauf zuschlagen
    2. Bus Simulator angespielt Zwischen Bodenschwelle und Haltestelle
    3. Bright Memory angespielt Brachialer PC-Shooter aus China

      •  /