Professoren machen sich für Open Access stark

Appell für ein bildungs- und wissenschaftsfreundliches Urheberrecht

Gegen eine weitere Privatisierung und Kommerzialisierung von Wissen, das mit öffentlichen Mitteln erzeugt wurde, sprechen sich die Professoren des Aktionsbündnisses "Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft" aus. Sie fordern stattdessen ein bildungs- und wissenschaftsfreundliches Urheberrecht.

Artikel veröffentlicht am ,

Das, was derzeit dem Bundestag als Gesetzentwurf für den so genannten zweiten Korb der Urheberrechtsnovelle vorgelegt werden soll, sei immer noch weit von dem bildungs- und wissenschaftsfreundlichen Urheberrecht entfernt, was die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt habe, heißt es in einer Erklärung des Aktionsbündnisses. Die darin organisierten Professoren wollen dies aber nicht ohne weiteres hinnehmen.

In Schreiben an Bundesregierung und den Bundestag äußern zahlreiche Professoren die Sorge, dass der für Forschung und Lehre unabdingbare elektronische Zugriff auf das publizierte und mit öffentlichen Mitteln erstellte Wissen durch neue Normvorschriften erheblich behindert werde. Die Politik billige den Verlagen ohne Not ein weitgehendes Monopol für die elektronische Dokumentlieferung zu. Wenn nun aber Wissenschaftler, Lehrer und Studierende die benötigten Artikel über den Markt mit den kommerziellen Hochpreisangeboten der internationalen Verlagswirtschaft einkaufen müssten und Bibliotheken von den elektronischen Dokumenten ausgeschlossen würden, bestehe die Gefahr, dass auf die Nutzung wichtiger Texte verzichtet werde.

Die Professoren fordern die Politik auf, auch durch das Urheberrecht die Weichen zu stellen, damit das öffentlich produzierte Wissen nach Open-Access-Prinzipien für jeden frei verfügbar wird.

Im Aktionsbündnis "Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft" sind fast 6.000 Personen und Institutionen zusammengeschlossen, die sich für ein bildungs- und wissenschaftsfreundliches Urheberrecht einsetzen, darunter gut 600 Professorinnen und Professoren. Diese wenden sich nun im Namen des Aktionsbündnisses direkt an die Politik, um auf Änderungen an den Plänen zur Urheberrechtsnovellierung zu drängen.

"Die Politik, so auch die Sorge der Professorinnen und Professoren, scheint nicht begreifen zu können, dass es in zunehmend globalen und elektronischen Informationsräumen für Wissenschaft immer wichtiger wird, dass auf das produzierte Wissen freizügig zugegriffen werden kann. Dies liegt nicht im Privatinteresse der Forscher und Lehrer, sondern dient dem Interesse aller, die auf die Produktion neuen Wissens und auf gut ausgebildete Personen angewiesen sind", heißt es in dem Appell.

Kritisiert wird unter anderem die geplante Regelung, wonach elektronische Bestände der Bibliothek nur in deren Räumen eingesehen werden können. "Es könne nicht sein, dass angesichts der flächendeckend vorhandenen technischen Infrastruktur in den Hochschulen, die Menschen zur Information gehen müssen, anstatt - so die Forderung - dass diese durch entsprechend legitimierten Zugriff von allen Rechnern/Terminals der jeweiligen Hochschule campusweit abgerufen werden kann.". Zudem fordern die Professoren, dass spätestens nach einem halben Jahr der kommerziellen Publikation eines Artikels das Nutzungsrecht vollständig wieder an den Autor zurückfällt und dass dagegen auch keine anders lautenden Verträge abgeschlossen werden können. Dies sei notwendig, um unter anderem den Einstieg in nichtkommerzielle Publikationsformen (Open Access) zu begünstigen.

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Jesus-Bubi 19. Mai 2007

Hey... ich bin nicht schwul!

KA - was will... 29. Apr 2007

Wir haben einige sehr engagierte Profs und ein paar wenige, welche in der Lehre zwar...

ogi 23. Apr 2007

Klar wollen die kostenlosen Zugriff und daraus Leistungen mit billigen Praktikanten zu...

Francisco 21. Apr 2007

Wenn das neue Modell dann durch ist muss der dann aber buckeln um das Wissen publizieren...



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