Emotionale Beeinflussung bei Filmen höher als bei Spielen
Britisches FSK-Pendant veröffentlicht qualitative Studie über Spiele
Das British Board of Film Classification (BBFC), das auch Spiele testende Pendant zur deutschen Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK), widmete sich in einer qualitativen Studie der Frage, wer Videospiele spielt, welchen Einfluss sie haben, welche Titel jeweils interessant sind, was Spieler von Gewalt in einigen Spielen halten und was Eltern über Videospiele denken. Dabei stellte sich heraus, dass Spiele anscheinend weniger emotional fesseln als Filme oder Fernsehsendungen.
Das liege unter anderem daran, dass die Gegner im Spiel keine Persönlichkeit haben und nicht echt aussehen, so dass damit ihre Zerstörung auch nicht echt ist. Spieler seien sich sehr wohl bewusst, dass sie spielen und der Bildschirm nicht das reale Leben zeigt. Auch wenn Spieler für Nicht-Spieler oft so wirken würden, als seien sie beim Spielen der Realität entrückt, seien sie weniger vereinnahmt als Kinogänger. Spieler müssten sich darauf konzentrieren, im Spiel voranzukommen, so dass sie weniger emotional involviert sind.
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BBFC-Leiter David Cooke dazu: "Das Element der Interaktivität hat einiges Gewicht, wenn wir ein Videospiel untersuchen. Wir waren insbesondere interessiert daran zu sehen, dass diese Untersuchung darauf hindeutet, dass sie weit davon entfernt ist, einen potenziell negativen Einfluss auf die Reaktion des Spielers zu haben. Die Tatsache allein, dass sie mit dem Spiel interagieren müssen, scheint sie fester in der Realität zu verankern."
Das soll auch für jüngere Spieler gelten, allerdings sei das kein Grund, ihnen Zugang zu Erwachsenenspielen zu gewähren, da sie selbst oft zugeben, dass sie die Gewalt in Spielen wie Manhunt sehr erschreckend finden würden. "Eltern sollten Videospiele nicht mit Gesellschaftsspielen gleichsetzen", empfiehlt das BBFC.
Anders als Fernsehsendungen oder Kinofilmen gebe es bei Spielen das Gefühl, etwas erreicht zu haben, da sie aktive Teilnahme erfordern. Dass Fernsehen und Film emotional beeinflussender seien als Spiele, habe damit zu tun, dass sie besser darin seien, Action zu entwickeln als Charaktere aufzubauen. Spieler würden sich deshalb eher auf den Fortschritt im Spiel als auf dessen Handlung konzentrieren.
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