Entlassungen bei europäischer PlayStation-Abteilung geplant
"Wir haben noch niemanden entlassen" , so Nick Sharples, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Sony Computer Entertainment Europe (SCEE). Bisher seien die Angestellten nur informiert worden, dass man prüfe, welche "Redundanzen" es im Unternehmen gebe und wie viele es davon geben müsse. Derzeit gibt es neben der britischen Europazentrale von Sony Computer Entertainment auch noch Niederlassungen in einzelnen Ländern, etwa auch in Deutschland.
Solange die Prüfung nicht abgeschlossen ist, will Sharples nicht darüber reden, wie viele Angestellte möglicherweise gehen müssen. In dem Brief an die Angestellten wurden vom SCEE-Chef David Reeves laut eines Berichts von GamesIndustry.biz(öffnet im neuen Fenster) allerdings schon von möglicherweise bis zu 160 überzähligen Stellen geredet, die europaweit gestrichen werden müssten. Insgesamt beschäftigt Sonys PlayStation-Abteilung in Europa 1.900 Personen.
Als Grund für die offenbar unvermeidlichen Entlassungen führte Sharples gegenüber Golem.de starke Veränderungen in der Videospiel-Industrie an. In der Tat hat es Sony Computer Entertainment nicht mehr ganz so einfach wie früher: Während die PlayStation 2 weit vor den aufgegebenen Konkurrenzkonsolen Xbox 1 und GameCube liegt, hat die PlayStation 3 mit einer deutlich früher erschienenen Xbox 360 und der ungewöhnlichen Wii recht gut platzierte Gegner.
Dazu kommt noch, dass die PlayStation 3 in Europa den Konkurrenten wegen der Verspätung auf den März 2007 noch mehr Vorsprung gelassen hat – was sich auch auf die europäischen PlayStation-Niederlassungen auswirkte. Bis Ende März/Anfang April 2007 konnte Sony Computer Entertainment Europa dann aber laut eigenen Angaben immerhin rund 800.000 PlayStation 3 durchverkaufen. Dank der großen Liefermenge zum Start und der ständigen Nachlieferungen an den Handel soll es dabei nur wenige Engpässe gegeben haben.
Die Restrukturierung soll aber dennoch erforderlich sein: "Das Management des Unternehmens ist zu dem Schluss gekommen, dass wir unsere Struktur verändern, unseren Geschäftsbetrieb verschlanken und stärken müssen – und dass unsere Kosten signifikant gesenkt werden müssen" , so Sharples, der damit die gleichen Worte nutzt, die auch in Reeves' Brief an die Angestellten stehen sollen. Damit, so Sharples, könne SCEE die Führungsposition im Videospielmarkt beibehalten. Bei den Next-Generation-Konsolen gilt es allerdings erstmal, zum Marktführer zu werden und Microsofts Xbox 360 zu überholen.



