IDF: Projekt "Larrabee" als rekonfigurierbarer Prozessor

Wie bereits gemeldet , empfindet Intel die zunehmend auch für allgemeine Rechenaufgaben verfügbaren sehr schnellen Grafikprozessoren von AMD/ATI und Nvidia als Bedrohung – und schnitzt sich deswegen seinen eigenen "Beschleuniger", wie dedizierte Co-Prozessoren inzwischen genannt werden. Solche Beschleuniger, die beispielsweise als FPGA bereits auf Steckkarten eingesetzt werden, übernehmen Spezialaufgaben wie ganz bestimmte Algorithmen, die sie unabhängig von der CPU schneller berechnen können, als der beste Code auf einem Allzweck-Prozessor es vermag.
Was an Larrabee so toll sein soll, verriet Gelsinger auch auf hartnäckiges Nachfragen nicht – dass man das Konzept auch als Grafikbeschleuniger nutzen könnte, wollte er ebenfalls nicht bestätigen. Dafür verriet er, dass es sich um einen Many-Core-Prozessor handelt, für den Polaris die Vorarbeit geleistet hat – inbesondere, was die Kommunikation der Kerne untereinander betrifft. Gegenüber anderen Beschleunigern, so Gelsinger weiter, ist Larrabee aber mit x86-Code zu programmieren – und den dafür vielfältig verfügbaren Werkzeugen.
Schon für die reinen GPUs mussten sich die Chip-Hersteller und Microsoft Compiler und Sprachen schreiben, was die Entwicklung freilich aufhält. Gelsinger ließ sich noch aus der Nase ziehen, dass die in seinen Präsentationen "IA" genannte "Intel Architecture" – vulgo x86 – bei Larrabee den Standard-Befehlssatz und die Speichermodelle einschließt – aber auch erweitert werden kann. Ob mit bestehenden, weil für Multimedia-Anwendungen nahe liegenden Instruktionen aus dem Pool von MMX bis SSE4 wollte der Intel-Vize dann wieder nicht preisgeben. Ebenso wenig wie den Termin für ein mögliches erstes Larrabee-Produkt. Irgendwann 2008 soll es so weit sein.