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Interview: Ubuntu für den Enterprise-Einsatz

Golem.de: Inwiefern lässt sich ein kostenloses System wie Ubuntu genauso zertifizieren wie die bekannten Enterprise-Distributionen?

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Yates: Es gibt ja verschiedene Zertifizierungen. Was Zertifizierungen für IT-Kräfte angeht, gibt es einen Prozess des Linux Professional Institutes (LPI). Mit LPI 199 gibt es also eine Zertifizierung für Ubuntu-Administratoren.

Golem.de: Widerspricht dies nicht total der LPI-Idee, eine distributionsunabhängige Zertifizierung anzubieten?

Yates: Richtig, LPI 101 und 102 sind unabhängig von bestimmten Distributionen. Wir haben mit dem LPI zusammengearbeitet, um eine zusätzliche Zertifizierung für Ubuntu zu realisieren. Man muss also bereits LPI 101 und 102 haben und die entsprechenden Linux-Kenntnisse vorweisen können, um sich dann auf Ubuntu zu konzentrieren.

Um auf andere Zertifizierungen zurückzukommen: Wir können keine Software zertifizieren. Für die Open-Source-Pakete, die in unserem Main-Repository liegen, bieten wir Support. Per Definition ist dies also eine Zertifizierung, denn wenn etwas nicht funktioniert, reparieren wir es. Für das Universe-Repository gibt es diese Garantie nicht. Mit anderen Anbietern arbeiten wir jedoch zusammen, um ihre Software für Ubuntu zu zertifizieren. So lässt sich mittlerweile beispielsweise SugarCRM einfach nachinstallieren. In dieser Richtung gibt es einige Bemühungen. Für solche Anbieter bauen wir die Pakete, die unter Ubuntu laufen, und geben diese an den jeweiligen Anbieter zurück, so dass dieser seine Tests durchführen kann. Dadurch können sie ihre Software für Ubuntu zertifizieren und wir sind in diesen Prozess nicht näher involviert.

Auch DB2 und Websphere von IBM sind beispielsweise für Ubuntu zertifiziert. Die Frage nach Oracle-Zertifizierungen hat sich allerdings vermutlich erledigt, nachdem sie ihre eigene Linux-Distribution angekündigt haben.

Golem.de: Betrachten Sie Software-Zertifizierungen denn als wichtig?

Yates: Ja, absolut. Es ist aber nicht so einfach. Es gibt große Firmen, die sich mit so etwas Zeit lassen und unter Umständen 18 Monate für all ihre Tests benötigen. Kleinere Firmen sind da teilweise flexibler und machen so etwas in wenigen Wochen, weil sie selbst begeistert von einer Zusammenarbeit sind. Bei großen Firmen ist das alles schwieriger. Also ja, es ist wichtig, aber ja, es ist auch ein langer Prozess.

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