Microsoft: ACPI sollte nur unter Windows funktionieren

Patente sollten Nutzung durch offene Betriebssysteme verhindern

Microsoft wollte bereits 1999 verhindern, dass sich der ACPI-Standard zur Energieverwaltung von Computern durch offene Betriebssysteme nutzen lässt. Notfalls sollten Patente zum Schutz der Technik angemeldet werden, geht aus einem nun veröffentlichten Memo hervor.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

Eine im Kartellverfahren gegen Microsoft veröffentlichte E-Mail von Bill Gates belegt, dass Microsoft schon 1999 darüber nachdachte, bestimmte Techniken exklusiv für Windows zu gestalten. Dabei geht es um das Advanced Configuration and Power Interface (ACPI), eine Schnittstelle für die Energieverwaltung von Computern.

Microsoft-Gründer Gates äußerte in seiner E-Mail Überlegungen, wie sich die Schnittstellen so gestalten ließen, dass sie nur mit Windows richtig funktionieren. Oder aber es sollten Patente angemeldet werden, um die Nutzung durch offene Systeme zu verhindern. Gates schrieb, er sehe es als unglücklich an, wenn Linux die durch Microsoft erledigte Arbeit einfach so nutzen könne.

Bei ACPI kontrolliert das Betriebssystem die Energieverwaltung und das BIOS ist nur noch für die Kommunikation mit der Hardware zuständig. Gerade bei Laptops gibt es jedoch immer wieder fehlerhafte ACPI-Implementierungen, so dass beim Einsatz freier Betriebssysteme die Energiesparmodi nicht genutzt werden können. Entwickelt wurde der Standard von HP, Intel, Microsoft, Phoenix und Toshiba.

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