Cash from Chaos oder Geld verdienen mit Blogs

Kontroverses Thema, dennoch weitgehend Einigkeit

Unter dem Titel "Cash from Chaos" stand das Thema "Geld verdienen mit Blogs" am zweiten Tag der Re:Publica auf dem Programm. Während es die einen für legitim und sinnvoll halten, mit dem Bloggen Geld zu verdienen, ist es für andere der Ausverkauf der Blogosphäre, die Kommerzialisierung ihrer Kultur.

Artikel veröffentlicht am ,

Die Diskussion verlief dennoch recht harmonisch: Neben Spreeblick-Blogger Johnny Haeusler und Sascha Lobo, die gerade mit ihrem Blog-Werbe-Netzwerk Adical gestartet sind, saßen Dr. Thomas Lau alias Supatyp vom Projekt WestEins der WAZ-Mediengruppe und Don Dahlmann auf dem Podium. Auch aus dem Publikum kamen praktisch keine konträren Meinungen, von Nuancen in der Auslegung mancher Argumente einmal abgesehen.

Stellenmarkt
  1. IT-Service Desk Agent / Mitarbeiter IT-Service Desk (m/w/d)
    Best Secret GmbH, Aschheim bei München, Poing bei München
  2. IT-Service und Systemadministrator (m/w/d)
    Scheja und Partner Rechtsanwälte mbB, Bonn
Detailsuche

Blogs sollten Geld verdienen, meint Johnny Haeuser, denn auch der User oder Blogger sollte vom Web 2.0, das vom "User-Generated-Content" lebt, profitieren können. Bislang seien es eher die Suchmaschinen oder Seiten wie YouTube, die mit den von anderen erstellten Inhalten Geld verdienen. Lobo argumentiert ähnlich, betont aber, dass die Chance, Geld zu verdienen, wichtig sei. "Blogs brauchen keine Werbung", sie sollten aber laut Lobo die Möglichkeit dazu haben, sich durch Werbung zu finanzieren. Eine heile kommerzfreie Welt sei die Blogosphäre auch heute nicht.

Der Punk sei auch nicht an einem Album der Toten Hosen kaputtgegangen, meint Supatyp Lau. Anders als der Punk hätten Blogger aber keinen Gegner, es fehle dadurch an einer Solidarität und genau das stehe der Kommerzialisierung von Blogs entgegen. Es fehle an strukturellen Voraussetzung, was eine Vermarktung erschwere. Er argumentiert nicht gegen Werbung in Blogs, doch der "Egoblogger" wird wohl eher keine Heerschar von Werbekunden anziehen.

Seit Anfang der Woche läuft eine erste Kampagne von Cisco über Adical und bislang sehe es gut aus, so Lobo. Es sei durchaus möglich, Blogs zu vermarkten. Das heißt aber nicht, dass es einfach ist, Blogger unter einen "vermarktbaren Hut" zu bekommen.

Spreeblick ist schon lange nicht mehr "Underground" und unterscheide sich damit durchaus von Blogs, die bewusst auf Werbung verzichten. Die Kultur werde Haeusler zufolge dadurch sicher nicht kaputtgehen, es werde niemandem verwehrt, besser oder cooler zu sein. Und wer weiß, so Haeusler, vielleicht ziehen demnächst einige Blogs an Spreeblick vorbei. Über seine Familie würde Haeusler bei Spreeblick nicht mehr bloggen, dafür lesen es zu viele, ganz gleich, ob nun mit Werbung oder ohne, so sein Argument. Google AdSense sei nett, aber lasse Bloggern zu wenig Kontrolle. Zudem verdiene vor allem Google daran. Geld verdient hat Spreeblick aber vor allem in der Zeit, als das Group-Tekkan-Video die Runde machte - statt 200,- Euro im Monat waren es dann zeitweilig 1.500,- Euro.

Eines machten alle deutlich: Ein Eingriff in die Inhalte ist tabu, Werbung muss als solche zu erkennen sein. Transparenz sei entscheidend, nicht die Frage, ob mit oder ohne Werbung. Deutlich wurde auch etwas anderes, das sich wie ein roter Faden durch die Re:Publica-Konferenz zieht: Die Blogosphäre gibt es so nicht, Blogs sind viel zu unterschiedlich keine große Einheit.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


money man 20. Okt 2007

Herzlich Willkommen bei Profitmails.de ! Verpassen Sie ab sofort kein Schnäppchen oder...

Max Klinger 13. Apr 2007

Das stimmt so nicht. Die Blog-Artikel werden ja eindeutig als Werbung gekennzeichnet.

blub 12. Apr 2007

Ich weiß nicht, ob ich darüber jetzt lachen oder weinen soll. Sag du's mir bitte.

blub 12. Apr 2007

Ich hab auch noch keine Werbung gesehen. Obwohl ich fast die Hälfte der "adicalisierten...

Plockmeister 12. Apr 2007

Blogodrom war noch nie modern... NIE



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Computerspiele
Geniale Geheimtipps von Atomkraft bis Alltag

Radioaktive Abenteuer in Chernobylite und der (vermeintliche) Alltag in The Last Stop: Golem.de stellt ungewöhnliche Spiele-Neuheiten vor.
Von Rainer Sigl

Computerspiele: Geniale Geheimtipps von Atomkraft bis Alltag
Artikel
  1. Unite: Pokémon erobern mehr Plattformen
    Unite
    Pokémon erobern mehr Plattformen

    Jetzt ist Pokémon Unite auch für Smartphones und Tablets erhältlich. Das Pokémon Trading Card Game soll für Windows-PC und MacOS erscheinen.

  2. Lightning ade: EU will USB-C als alleinige Handy-Ladebuchse vorschreiben
    Lightning ade
    EU will USB-C als alleinige Handy-Ladebuchse vorschreiben

    Die EU-Kommission will eine einheitliche Ladebuchse einführen. USB-C soll zum Aufladen aller möglichen Kleingeräte verwendet werden.

  3. Malware: Mehrere Kliniken nach Hackerangriff vom Netz genommen
    Malware
    Mehrere Kliniken nach Hackerangriff vom Netz genommen

    Neben den Kliniken seien auch Bildungseinrichtungen von dem Malware-Angriff betroffen. Sicherheitshalber wird nun mit Papier und Stift gearbeitet.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 & Xbox Series X bestellbar • Alternate-Deals (u. a. Acer Nitro 27" FHD 159,90€) • Nintendo Switch OLED 359,99€ + Metroid Dread 411,98€ • Neuer Kindle Paperwhite Signature Edition vorbestellbar 189,99€ • Black Week bei NBB: Bis 50% Rabatt (u. a. MSI 31,5" Curved WQHD 165Hz 350€) [Werbung]
    •  /