EU-Parlament empfiehlt: Roaming-Gebühr von maximal 50 Cent
Derzeit wird zwischen Parlament und Kommission noch über die Höhe der Deckelung sowie über die Frage diskutiert(öffnet im neuen Fenster) , ob nur sprach- oder auch Datendienste betroffen sein sollen. Zudem streiten sich die Parteien über methodische Fragen. So ist offen, ob Kunden per Opt-in- oder Opt-out-Verfahren in den Genuss der Tarifsenkungen kommen sollen.
Opt-out würde bedeuten, dass die Kunden ihren Netzbetreibern explizit mitteilen müssen, falls sie ein neues Auslandspaket mit eventuell noch günstigeren als den gesetzlich gesenkten Roaming-Gebühren haben möchten. Dagegen spricht jedoch, dass die Mehrheit der Handykunden nur selten den Vertrag wechselt und sich auch kaum über aktuelle Tarife informiert. Per Opt-in-Verfahren müssen Altkunden ihrem Netzbetreiber ebenfalls mitteilen, dass sie in den Genuss der neuen Regelungen kommen möchten, andernfalls würden die neuen Tarife nur für Neukunden gelten.
Die Vorschläge für die Deckelung der Roaming-Gebühren reichen von 40 bis 52 Cent pro Minute bei einem im Ausland getätigten Telefonat und 15 bis 25 Cent in der Minute, wenn man angerufen wird. Die EU-Kommission votiert dabei für einen maximalen Minutenpreis von 15 Cent an Roaming-Gebühren bei angenommenen Anrufen im Ausland. Bei selbst getätigten Gesprächen aus dem Ausland sollen maximal 44 Cent pro Minute verrechnet werden. Die EU-Parlamentarier wünschen sich dagegen Roaming-Gebühren mit 25 bzw. 50 Cent pro Gesprächsminute.
Der Ministerrat legt letzten Endes die Höhe der Grenzen fest und erwartet, mit Parlament und Kommission bis zur ersten Lesung Anfang Juni 2007 zu einer Übereinstimmung zu gelangen.
Da die Telekommunikationskonzerne jedoch auch noch Zeit zur Umsetzung brauchen, werden sich die Preissenkungen voraussichtlich noch nicht zum Sommerurlaub 2007 bemerkbar machen.