Regeln für Blogger?
Spreeblick-Blogger Johnny Haeusler hat seine Idee einer Blog-Etikette bereits Mitte 2005 formuliert(öffnet im neuen Fenster) : Respekt vor der Privatsphäre Dritter, Quellennennung, Realnamen, freundlich bleiben und Gäste wie Gäste behandeln. Das aber, so Haeusler, seien seine ganz persönlichen Maßstäbe, kein Regelwerk für Blogs.
Don Dahlmann(öffnet im neuen Fenster) hält wenig von Regeln und stellt sich klar gegen die Vorschläge von O'Reilly. Blogs hätten gerade wegen der Abwesenheit von Regeln eine Chance. Selbst lässt er Kommentare eher stehen, Ausnahmen sind abmahnfähige Geschichten wie Beleidigungen. Dahlmann verweist auf die grundlegenden Regeln das zivilen Miteinander.
Bildblog-Macher Stefan Niggemeier(öffnet im neuen Fenster) spricht von einer ungeschriebenen Regel, Kommentare nicht zu löschen, was bei ihm die Toleranz sehr hoch gesetzt habe. Mit dem Bildblog verstoße er aber gegen eine viel grundsätzlichere Regel, wie er anführt: Kommentare überhaupt zuzulassen.
Prof. Rainer Kuhlen(öffnet im neuen Fenster) brachte in die Diskussion die Frage nach Sanktionen ein, die einst, als das Netz noch nicht kommerziell genutzt wurde, funktionierten, heute aber praktisch nicht mehr durchsetzbar seien. Blogtexte seien pragmatische, oft subjektiv und mit der Absicht geschrieben, etwas zu bewegen. Blogger seien eher wie Künstler einzuordnen, die ebenfalls dazu tendieren, Regeln zu brechen. Regeln, so Kuhlen, gebe es nicht für Blogs, dennoch hätten Einzelne oder kleine Gruppen ein Regelwerk, an das sie sich durchaus gebunden fühlen.
Ein Regelwerk mit Konsequenzen, so der grobe Konsenz, wird es kaum geben können. Zivilcourage bei Flamewars in Kommentaren ist eher selten, so die Beobachtung von Haeusler, der sich zugleich aber froh zeigt über eine oft gut funktionierende Selbstregulierung.



