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Spieletest: The Show - Running Man meets Taktik

Echtzeit-Strategie mit spannender Hintergrundgeschichte. Echtzeit-Strategie-Titel fallen meist nicht durch besonders faszinierende Hintergrundgeschichten auf – entweder es werden die typischen Fantasy- und Science-Fiction-Szenarien verwendet oder die großen Kriege der Weltgeschichte müssen als Story herhalten. The Show von 2K Games fällt da mit seiner an Running Man angelehnten Geschichte angenehm aus der Reihe.
/ Thorsten Wiesner
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Am Ende des 21. Jahrhunderts gehört Kalifornien nicht mehr zu den USA – nach einem Bürgerkrieg hat man sich nämlich abgespalten und einen totalitären Polizeistaat unter dem Diktator Lou Baxter errichtet. Oppositionelle werden brutal unterjocht und zur Ruhestellung der Bevölkerung werden zynische Arena-Kämpfe veranstaltet, in denen sich die Kandidaten-Teams gegenseitig massakrieren – und die am Ende eigentlich niemand wirklich gewinnt. Um das Terrorregime endlich zu beenden, schleust die Opposition einen Outlaw ein, der nun den Kampf gegen Baxter und seine Show aufnehmen muss.

The Show gelingt es über die gesamte Spieldauer, die sehr zynische Story immer wieder auf die Spitze zu treiben – so gibt es während der Kämpfe, die allesamt auf einer künstlich angelegten Insel stattfinden, nicht nur witzig-düstere Werbeeinblendungen, sondern auch immer wieder makabere Kommentare von Baxter selbst. Schade nur, dass das Gameplay nicht mit dem Drumherum Schritt halten kann: Spielerisch hat The Show nämlich nur sehr träge und durchschnittliche Echtzeit-Strategiekost zu bieten.

Diverse Infanterie- und Mech-Einheiten müssen in der Kampagne verschoben, Stützpunkte eingenommen und Spezialfähigkeiten intelligent eingesetzt werden. Die spielerischen Möglichkeiten sind dabei aber recht eng begrenzt – wer zuletzt vergleichbare, aber deutlich umfangreichere Titel wie Dawn Of War gespielt hat, wird sich hier schnell langweilen. Für unerfahrene Spieler eignet sich das Ganze aber ebenfalls nicht: Auf Grund des sehr hohen Schwierigkeitsgrades ist das Frustpotenzial von Beginn an recht hoch. Auch technisch enttäuscht The Show: Die Grafik wirkt recht altbacken und antiquiert, die Spiegelungs- und Lichteffekte hat man bereits deutlich besser zu Gesicht bekommen.

The Show ist bereits im Handel erhältlich und kostet etwa 30,- Euro.

Fazit:
Schade um die gelungene Story: Aus "The Show" hätte ein ebenso zynisches wie abwechslungsreiches Strategiespiel werden können. Leider kann das standardisierte, sich schnell wiederholende Gameplay die Motivation kaum dauerhaft aufrechterhalten – zumal das schlechte KI-Balancing zusätzlich die Stimmung drückt.


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