Letzte Meile: TAL-Miete sinkt nur minimal

Wettbewerber zahlen monatlich 15 Cent weniger für die Kupfer-Doppelader

Die Bundesnetzagentur senkt mit Wirkung zum 1. April 2007 die Monatsmiete für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) um 15 Cent auf 10,50 Euro. Telekomunikationsanbieter mit eigener Infrastruktur wie Arcor, Hansenet (Alice) und Versatel zahlen diese Gebühr an die Telekom, um die letzte Meile auf dem Weg zum Kunden zu überbrücken.

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Die Telekom-Konkurrenz hatte auf eine deutliche Senkung der TAL-Miete auf unter 9,- Euro gedrängt, während die Telekom eine Erhöhung auf 12,03 Euro beantragt hatte. Dabei hatte der Ex-Monopolist argumentiert, die aktuelle Miete von 10,65 Euro entspreche nicht dem im Gesetz vorgesehenen Entgeltmaßstab, "da insbesondere die Kosten für die besonderen Lasten, die die Deutsche Telekom für den sozialverträglichen Personalumbau trägt, nicht eingerechnet worden sind". Bei ihren Konkurrenten hatte diese Argumentation für Entrüstung gesorgt.

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"Eine Erhöhung, wie von der Deutschen Telekom AG beantragt, kam im Gesamtergebnis der Prüfung nicht in Betracht. Die seit der letzten Entscheidung vor zwei Jahren verzeichnete Erhöhung einzelner wichtiger Kostenkomponenten, wie des kalkulatorischen Zinssatzes und des Kupferpreises, wird durch Effizienzen, z.B. im Bereich der Gemeinkosten oder durch wachsende Synergien bei der Leitungsverlegung, überkompensiert", erläutert Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, die Entscheidung.

Zusätzliche Personalumbaukosten erkannte die Behörde im vorliegenden Fall nicht an, da die TAL-Entgelte auf der Basis von Wiederbeschaffungskosten ermittelt werden, die über den tatsächlichen anzuerkennenden Ist-Kosten liegen. Vorübergehende Restrukturierungskosten seien daher schon durch diese Differenz abgedeckt. "Im Übrigen sollen Restrukturierungsaufwendungen mittelfristig die Kosten senken und die Effizienz steigern", so die Bundesnetzagentur in einer Pressemitteilung.

Grundlage der Entscheidung war das Kostenmodell des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) für die Berechnung der Netzinfrastrukturkosten. Zur Berechnung der Gemeinkosten wurde ein Branchenprozessmodell herangezogen.

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Während die Behörde meint, mit ihrer Entscheidung "die Balance zwischen Infrastruktur- und Dienstewettbewerb halten zu können", zeigen sich die Telekom-Konkurrenten enttäuscht. Es sei "ein Trippelschritt statt der erhoffte große Wurf", kommentiert BREKO-Präsident Peer Knauer. Die Bundesnetzagentur schmücke "sich mit einem Feigenblatt, während ein unverhüllt knallharter Preiswettbewerb die BREKO-Mitglieder immer weiter in die Enge treibt".

Dem Verband sind vor allem die vergleichsweise günstigen Preise für DSL-Resale ein Dorn im Auge und er hofft nun, dass die Behörde zumindest hier härter vorgeht: "Das zögerliche Verhalten der Behörde könnte im günstigsten Fall bedeuten, dass jetzt auf der anderen Seite bei den DSL-Vorleistungspreisen restriktiv eingeschritten wird", mutmaßt Knauer. Für die nächsten Wochen wird mit einer Entscheidung darüber gerechnet, ob die von BREKO als Dumpingangebot kritisierten DSL-Whole-sale-Preise unterbunden werden.

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