Musikindustrie ernennt das Internet zum Hoffnungsträger

IFPI: Intelligente Aufnahmesoftware verbieten

Besonders verärgert zeigen sich die Lobbyisten über die Privatkopie. Nach ihren Studien brennt jeder zweite Deutsche ab zehn Jahren CDs oder DVDs. Seit der ersten Erhebung 1999 habe sich die Zahl der Personen, die CDs oder DVDs brennen, damit von 7,9 Millionen auf 31,4 Millionen nahezu vervierfacht. Beliebtester Inhalt sei Musik: Sie werde von 70 Prozent aller Personen gebrannt. Die Zahl der CD-Kopien mit Musik lag mit 486 Millionen rund zehn Prozent höher als im Vorjahr. Das Verhältnis von verkauften zu kopierten CDs habe sich damit weiter verschlechtert und liege bei über 1:3. Dabei seien private Musikkopien auf MP3-Playern, USB-Sticks, Mobiltelefonen oder Festplatten nicht berücksichtigt.

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In dem Zusammenhang forderte Haentjes ein Verbot intelligenter Aufnahmesoftware, mit der sich aus Internetradios vollautomatisch maßgeschneiderte CDs zusammenstellen ließen: "Ein gesunder Musikmarkt kann sich nur dann entwickeln, wenn die Interessen von Künstlern, Musikindustrie und Verbrauchern gleichermaßen berücksichtigt werden." Weiterhin kritisierte er den Entwurf zur Umsetzung der Durchsetzungsrichtlinie, den das Justizministerium kürzlich vorgelegt hatte. Er verlagere Kosten und Lasten der Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen auf die Geschädigten. Der Entwurf sieht vor, dass ein Auskunftsanspruch gegenüber Internet Service Providern nur dann besteht, wenn Urheberrechte in gewerblichem Ausmaß vorliegen, außerdem muss in den meisten Fällen ein Richter darüber entscheiden. Weiterhin sollen die Abmahngebühren gedeckelt werden. Das alles passt Haentjes nicht: "Das Urheberrecht muss endlich in der digitalen Realität ankommen. Der jetzt vorliegende Entwurf bewirkt genau das Gegenteil", sagte er.

Mit Schadensersatz Musikunterricht fördern

Haentjes kündigte außerdem an, dass die betroffenen Labels Schadensersatzzahlungen aus Prozessen gegen Urheberrechtsverletzer einsetzen werden, um Projekte zur musikalischen Grundbildung zu fördern. Im Schuljahr 2007/2008 sollen an 2.500 Schulen bundesweit rund 100.000 Musikstunden gefördert werden. "Wenn in einzelnen Bundesländern bis zu 80 Prozent des Musikunterrichts ausfallen, brauchen wir uns nicht darüber zu wundern, dass es gerade in der jungen Generation an Bewusstsein dafür mangelt, welchen Wert Musik und geistiges Eigentum haben", sagte Haentjes. Unter dem Motto "Musik macht Schule - Schule macht Musik" können ausgewählte Schulen bei Partnern vor Ort Musikkurse buchen. "Wir können den klassischen Musikunterricht nicht ersetzen, wollen aber wenigstens einen Beitrag zur Linderung des Problems leisten", betonte Haentjes. Details zu dem Projekt würden noch vor Beginn der Sommerferien bekannt gegeben. [von Matthias Spielkamp]

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 Musikindustrie ernennt das Internet zum Hoffnungsträger
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mamba1 31. Mär 2007

BRD=Bananen Republik Deutschland, das sagt doch schon alles ;-))

CC-Lizenznutzer 30. Mär 2007

Das entspricht im Verhältnis wohl auch der Qualität der Musikangebote im angegebenen...

Anonymous 30. Mär 2007

hmm wa ist die mafia ja an der richtigen adresse, und kan den jungsten gleich während der...

Martin F. 30. Mär 2007

Dass sie keine brauchbaren Tags hat und unnötig groß ist. Warum die Datei nicht...



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