"Die GPL sieht wie die US-Steuerordnung aus"
Das IT-Magazin eWeek hat einige Stimmen zum am gestrigen Mittwoch veröffentlichten dritten Entwurf der GNU General Public License v3 eingeholt(öffnet im neuen Fenster). Darunter auch Meinungen von Microsoft und Novell, die mit ihrem Abkommen vom November 2006 maßgeblich für die Verzögerung bei den Arbeiten an der neuen GPL verantwortlich sind.
Schließlich kündigte die für die Lizenz verantwortliche Free Software Foundation (FSF) schon kurz darauf an, dass die Neufassung ihrer Lizenz solche Abkommen künftig verhindern solle. Die neu verfasste Patentklausel (Ziffer 11) untersagt nun tatsächlich Regelungen wie im Fall Microsoft-Novell, bei der nur bestimmte Nutzer von Patentansprüchen freigestellt werden.
Horacio Gutierrez, Microsofts Vizepräsident für geistiges Eigentum und Lizenzierung, sagte gegenüber eWeek, die GPLv3 würde die Brücke zwischen Microsoft und Novell nicht einreißen. Es sei jedoch unglücklich, dass die FSF die GPLv3 nutze, um künftige Zusammenarbeit zwischen Firmen zu verhindern, die den Kunden nutzen würden.
Bruce Lowry von Novell sagte, man werde das Problem mit Microsoft besprechen, würde die Endfassung der GPLv3 tatsächlich Auswirkungen auf das mit Microsoft geschlossene Abkommen haben. Man wolle dieses fortsetzen, aber gleichzeitig den Bestimmungen der genutzten Lizenzen, inklusive der GPLv3, entsprechen.
Die härteste Kritik kam jedoch von der Association for Competitive Technology, einer Lobby-Gruppe, die sich beispielsweise gegen den Einsatz offener Dokumentenstandards im US-Bundesstaat Massachusetts einsetzt. Ihrer Ansicht nach sei die GPL darauf ausgelegt, die Zusammenarbeit zwischen Open- und Closed-Source-Firmen zu verhindern. "Die neue GPL sieht wie die US-Steuerordnung aus. Der Entwurf erklärt nicht mehr nur die Freiheit von Software, sondern wurde so gestaltet, dass er Firmen und Geschäftsmodelle bestraft, die Richard Stallman nicht mag", so Geschäftsführer Morgan Reed. Er sieht die GPL zudem als so komplex an, dass sie eine Arbeitsgarantie für auf geistiges Eigentum spezialisierte Anwälte sei.
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