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Sun will wieder zurück ins Chip-Geschäft

Neue Abteilung und Lieferungen an andere Hersteller geplant

In einem überraschenden Schritt hat Sun Microsystems, die ihre SPARC-Prozessoren zuletzt vor allem für den Eigenbedarf herstellten, angekündigt, seine Prozessor-Entwicklung kräftig anzuschieben. Die Chips sollen für neue Anwendungsbereiche auch an andere Hersteller geliefert werden.

So richtig still war es um die Sun-Prozessoren mit der RISC-Architektur "SPARC", die bis in die 90er-Jahre neben SGI den Workstation-Markt fest im Griff hatten, eigentlich nie. In den letzten Jahren hatte sich Sun aber in einer Konsolidierungsphase nach dem Absturz des Dotcom-Hypes auch anderen Plattformen geöffnet, so dass zahlreiche Server des Unternehmens inzwischen mit Opterons von AMD ausgeliefert wurden.

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Sun war mit diesen Maschinen so erfolgreich, dass Intel schließlich im Januar 2007 eine Zusammenarbeit anbot: Der Prozessor-Marktführer unterstützt Suns Betriebssystem Solaris, Sun verbaut dafür Xeon-Prozessoren. Offenbar will sich Sun damit aber nicht vollständig auf die x86-Welt konzentrieren. Wie das Unternehmen jetzt bekannt gab, hat es mit der "Microelectronics Group" eine neue Abteilung eigens für Chipentwicklung und den Vertrieb der Halbleiter geschaffen. Der neue Geschäftsbereich wird von David Yen geleitet, der zuvor bei Sun für die Storage-Produkte zuständig war und die Übernahme von StorageTek maßgeblich mit abwickelte.

Mit seiner neuen Abteilung will Sun vor allem Prozessoren für große Server entwickeln und diese in eigenen Produkten anbieten - neu ist aber, dass Sun die Chips nun auch wieder an Dritthersteller (OEMs) verkaufen will, wie das schon bei den Sparc-Workstations der Fall war. Als neue Anwendungsgebiete für Sun-Chips nennt das Unternehmen zudem Kryptografie, Netzwerke und Supercomputer. Gerade in letzterem Bereich ist Sun durch die immer schnelleren und billigeren x86-Prozessoren ins Hintertreffen geraten.

Neben den Sparcs, die erst 2006 mit dem Achtkerner "UltraSparc T1" eine Neuauflage erfuhren, und dem Projekt "Rock" mit 16 Kernen (geplant für 2008), hat Sun derzeit an neuen Bausteinen auch mit dem Chip "Neptune" einen der wenigen Netzwerk-Prozessoren für 10-Gigabit-Ethernet im Programm. Welche Kunden sich für diese Chips interessieren könnten, gab Sun noch nicht bekannt.


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