Symbian 9.5 mit SQL-Datenbank angekündigt
Die SymbianOS-Version 9.5 unterstützt aktuelle Prozessoren sowie Single-Chip-Hardware. Die Leistungsfähigkeit des Systems soll zwar gesteigert, der Ressourcenverbrauch jedoch gesenkt worden sein, so dass die Ansprüche des Betriebssystems an Speicher und Batterie niedriger liegen als bei den Vorversionen. Der verwendete Microkernel bietet dabei auch Echtzeitfunktionen und nutzt ein eigenes Dateisystem, das sowohl NAND- und NOR-Speicher als auch SD- und Multimedia-Speicherkarten unterstützt.
Für den Endanwender hat Version 9.5 des Systems vor allem neue Multimedia-Eigenschaften zu bieten. Dabei brüstet sich Symbian mit Kamerafunktionen, wie sie sonst nur bei richtigen Digitalkameras zu finden sein sollen. Dazu zählt ein Modus, um rote Augen beim Fotografieren zu vermeiden. Durch Unterstützung des Multimedia-Transfer-Protokolls (MTP) soll vor allem der Abgleich von Multimedia-Daten mit einem PC besser funktionieren. Hinzu kommt die Unterstützung für TV-Standards wie DVB-H und ISDB-T.
Einen deutlichen Vorteil bei der Nutzung sollte hingegen die Möglichkeit bringen, nahtlos zwischen 3G- und WLAN-Netzen umzuschalten. Sofern ein Endgerät beide Kommunikationsmöglichkeiten unterstützt, kommt es so beispielsweise bei Push-Mail oder Voice-over-IP-Diensten zu keiner Unterbrechung, sobald die WLAN-Verbindung abreißt, da automatisch eine verfügbare 3G-Verbindung genutzt wird. Zudem wurde die Kompatibilität der Kalenderdaten zu Microsoft Exchange und Lotus Notes überarbeitet und Unterstützung des Exchange-ActiveSync-Protokolls für die Synchronisation von E-Mails, Kontaktdaten und Terminen hinzugefügt.
Insbesondere für Entwickler bietet Symbian 9.5 Vorteile. Zwar bleibt das System zu allen anderen Versionen der 9.0-Serie kompatibel, doch ist nun beispielsweise eine SQL-Datenbank integriert, die auch die Basis für die Kontaktdaten bietet. Hierdurch soll sich schneller in großen Datenbeständen suchen lassen, Entwickler können die Datenbank aber auch für ihren eigenen Anwendungen nutzen und darauf zugreifen.
Ferner sind die bereits angekündigten POSIX-Bibliotheken nun in SymbianOS enthalten. Mit PIPS (PIPS Is POSIX on Symbian) können Programmierer auf die für Unix entwickelte Schnittstelle zwischen Anwendungen und Betriebsystem zugreifen. Dafür stehen vier Bibliotheken zur Verfügung, unter anderem eine Standard-C-Bibliothek. Durch die Verfügbarkeit von POSIX unter SymbianOS sollen sich Anwendungen, die auf diesen Standard setzen, einfacher auf mobile Endgeräte portieren lassen.
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