Freie Netze zwischen Anarchie und Hierarchie

Auch die Erhebung und Verteilung von Gebühren und Geldern ist in Berlin kein Thema, da es sich beim OLSR-Experiment um eine No-budget-Organisation handelt. Grundlegende Entscheidungen werden nach dem "Prinzip des Ideen-Darwinismus" (Jürgen Neumann, Freifunk) gefällt. Diese lose und unbürokratische Struktur ermöglicht es schließlich, dass eine breite Zahl unterschiedlicher User - von IT-Profis über Kulturschaffende bis hin zu Leuten, die einfach nur gratis ins Netz wollen - gemeinsam unter einem Label zusammenarbeiten und dabei sowohl die eigenen Interessen verfolgen als auch das Netz an sich stärken.

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Unabhängig? Nicht ganz
Trotz dieser unterschiedlichen Herangehensweisen werden bei Djurslands.net und dem OLSR-Experiment die gleichen grundlegenden Ziele verfolgt: auf kooperativer Basis nachhaltig Netzinfrastrukturen aufzubauen und zu betreiben, die dem Ideal einer zivilgesellschaftlichen Bottom-up-Selbstorganisation entsprechen und von staatlichen sowie marktwirtschaftlichen Mechanismen weitgehend unabhängig sind. Eine völlige Unabhängigkeit ist dabei allerdings nicht möglich.

Spätestens am Punkt der Anbindung ans Internet muss auf einen externen ISP zurückgegriffen werden, die benötigte Hardware wird fast ausschließlich von kommerziellen Unternehmen entwickelt und die Politik hat nicht zuletzt durch die Schaffung von Rahmenbedingungen - wie Frequenzregulierung oder Haftungsfragen bei offenen WLANs - direkt Einfluss auf freie Netze.

Es stellt sich also vordergründig nicht die Frage, ob es Abhängigkeiten zu Staat und Wirtschaft gibt, sondern wie dieses Verhältnis gestaltet wird. Ist es möglich, Sponsorgelder von Unternehmen oder staatliche Subventionen zu beziehen und dennoch ein Maximum an Unabhängigkeit zu wahren? Während vor allem die Anfangsphase des dänischen Djurslands.net nicht unerheblich durch EU-Fördergelder finanziert wurde, war in diesem Bereich die Kooperation von Freifunk mit einem Hardwarehersteller bei der Entwicklung des Mesh-Cube von Bedeutung. Das Unternehmen stellte die Hardware bereit, während die Community die Entwicklungsarbeit leistete, was für beide Seiten Vorteile brachte.

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Da das Produkt dennoch zu teuer blieb, scheiterte die Markteinführung und somit auch die Kooperation mit Freifunk. "Es hat sich eine Synergie ergeben zwischen den Firmen und uns, aber das hat zu keiner Abhängigkeit geführt. Das Netz hätte sich wahrscheinlich langsamer entwickelt, wenn wir dieses Sponsoring nicht bekommen hätten und wir wären nicht in kurzer Zeit so weit gekommen", erklärt die Berliner Netzaktivistin Elektra.

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deadleaf 16. Nov 2008

Ich würde noch hinzufügen, dass der Begriff Anarchie bewusst falsch verwendet. Denn die...

Borkenkaefer 28. Mär 2007

Jaja, die Schweizer sind auch mit dabei...

Casandro 28. Mär 2007

Richtig, ich glaube die Motive hinter solchen Netzen sind ganz ähnlich wie die damals...



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