Freie Netze zwischen Anarchie und Hierarchie

Ein Ziel, zwei Wege:
Djursland ist eine infrastrukturell schwache Region in Dänemark, in der sich Telcos weigern, Breitband-Internet anzubieten. 2002 hat eine Gruppe von Netzaktivisten rund um Bjarke Nielsen begonnen, das Problem selbst anzugehen und auf Basis freiwilligen Engagements Teil für Teil die Region mit WLAN zu vernetzen. Djurslands.net ist heute als Verein mit klaren formalen Strukturen organisiert. Das technologische Netzwerk basiert auf einer hierarchisch aufgebauten Netzinfrastruktur im "Hub-and-Spoke-Stil". Finanzierung, Organisation und technologische Umsetzung bedingen sich dabei gegenseitig, da ein derartig aufgezogenes Netzprojekt klar definierte Verantwortung und Kompetenz benötigt.

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Die geringen Anschlussgebühren für Nutzer sind kostendeckend kalkuliert und liegen deutlich unter den Preisen kommerzieller Internetprovider. Bjarke Nielson, Gründer von Djurslands.net, erklärt die Situation zu Beginn des Netzprojektes: "Uns war die DSL-Technik nicht vergönnt. Da saßen wir also mit unseren Modems und wären mit unseren sehr langsamen Verbindungen abgehängt worden, während die Städte über Hochgeschwindigkeitsverbindungen verfügen. Viele neue Entwicklungen würden die ländlichen Gebiete so nie erreichen. Aus gesellschaftlichem Antrieb heraus entwickelten wir aber Wege, um Verbindungen aufzubauen, die so schnell sind wie DSL in den Städten."

Das vorweg definierte Ziel, die Region Djursland vor einem Zurückfallen in der Informationsgesellschaft zu bewahren, konnte mit dieser Form der organisierten Planung und Umsetzung rasch in Angriff genommen werden. Bis Ende 2006 waren mehr als 4.000 Haushalte der Region mit symmetrischer Breitbandanbindung versorgt und ein riesiger lokaler freier Kommunikationsraum geschaffen.

Einen gänzlich anderen Weg schlagen die Freifunk-Aktivisten mit dem OLSR-Experiment in Berlin ein. Das Projekt ist ein loser Zusammenschluss von Netzaktivisten ohne formalisierte Strukturen, was sich technologisch im Einsatz des Mesh-Networking widerspiegelt. Mesh-Netzwerke verfügen nicht über die klassische hierarchische Netzwerktopologie, sondern sind flache, "vermaschte" Ad-hoc-Netzwerke. An einigen Punkten besteht Anschluss zum Internet, der geteilt und für das gesamte Netz zur Verfügung gestellt wird. Einen guten Teil der Organisation von Mesh-Netzwerken übernimmt das Mesh-Routing-Protokoll selbst (beispielsweise OLSR oder B.A.T.M.A.N.), womit eine zentrale Administration, wie sie in Djursland nötig ist, hinfällig wird.

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deadleaf 16. Nov 2008

Ich würde noch hinzufügen, dass der Begriff Anarchie bewusst falsch verwendet. Denn die...

Borkenkaefer 28. Mär 2007

Jaja, die Schweizer sind auch mit dabei...

Casandro 28. Mär 2007

Richtig, ich glaube die Motive hinter solchen Netzen sind ganz ähnlich wie die damals...



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