Europas Schnellster: Allianz deutscher Supercomputer
An dem neuen Rechnernetz beteiligen sich das Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS), das Leibniz-Rechenzentrum in Garching bei München (LRZ) und die zwei Computer des Jülicher John-von-Neumann-Instituts für Computing (NIC). Zusammen sollen die Rechner schon jetzt eine Leistung von 90 Teraflops erreichen. Durch Aufrüsten der Rechner und des Netzes soll es bis 2009 mehr als 1 Petaflops sein.
Zu diesen Upgrades gehört beispielsweise der Tausch der Prozessoren am LRZ durch Dual-Core-Itaniums und die schnellere Vernetzung. Bisher kommunizieren die drei Rechenzentren über das europäische Forschungsnetz DEISA(öffnet im neuen Fenster) mit 10 GBit/s, wollen aber bald Tests mit 40 GBit/s aufnehmen. Bisher kommt das LRZ mit seinem Verbund aus SGI Altix 4700 auf 26 Teraflops, will aber 2007 schon 60 Teraflops erreichen. In Stuttgart rechnet man mit einer NEC SX/8 mit 12 Teraflops, Jülich bietet mit einem IBM Blue Gene/L 46 Teraflops und über einen IBM P690-Cluster weitere 9 Teraflops.
Schon jetzt sollen die drei Supercomputer-Sites zusammen die höchste in Europa über ein System verfügbare Rechenleistung für technisch/wissenschaftliche Anwendungen erreichen. Um 1 Petaflops zu erreichen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung das GCS-Projekt von 2007 bis 2009 mit insgesamt 30 Millionen Euro. Forschungsministerin Annette Schavan meinte dazu in einer Pressemitteilung: "Eine leistungsfähige Rechnerinfrastruktur ist für Wissenschaft und Wirtschaft in Deutschland von herausragender Bedeutung. Die strategische Allianz der drei Höchstleistungsrechenzentren Jülich, München/Garching und Stuttgart stärkt Deutschland im internationalen Wettbewerb."
Dabei ist Deutschland zunehmend ins Hintertreffen geraten. Laut der letzten Top-500-Liste der schnellsten Supercomputer stehen 300 der schnellsten Rechner weltweit in den USA, nur 19 in Deutschland. Die Europäische Union hat deswegen eine Ausschreibung für ein europäisches Supercomputer-Zentrum gestartet, die bis 2009 läuft. Deutschland hofft, über den GCS-Verbund den Zuschlag zu erhalten – der ausgewählte Supercomputer soll dann von der EU gefördert werden.