Bessere Menschen durch "offene Bildungsressourcen"?

Studie untersucht, wie offene Bildungsressourcen das Lehren und Lernen verändern

Selbstverantwortung, Kreativität, kritisches Denken, Problemlösungskompetenz, Teamarbeits- und Kommunikationsfähigkeiten sind wesentlich, um an einer wissensbasierten Gesellschaft teilhaben zu können. Diese Fähigkeiten werden derzeit in der Schule zu wenig gefördert. "Offene Bildungsressourcen" könnten dazu beitragen, das zu ändern. Das sind die Ergebnisse der Studie eines EU-geförderten Forschungsverbundes.

Artikel veröffentlicht am ,

Das Projekt "Open e-Learning Content Observatory Services" (OLCOS) ist ein Zusammenschluss von sechs europäischen Institutionen unter der Leitung von Salzburg Research in Österreich, darunter auch die beiden deutschen Partner Europäisches Zentrum für Medienkompetenz in Marl/Düsseldorf und die Fernuniversität Hagen. In der Untersuchung ging es darum herauszufinden, wie offene Bildungsressourcen (Open educational resources - OER) die Lehre und das Lernen verändern können. Nun liegt - zunächst nur in englischer Sprache - die so genannte Roadmap vor, in der die Beteiligten empfehlen, wie OER eingesetzt werden sollten.

Weg von der lehrerzentrierten Wissensvermittlung

Inhalt:
  1. Bessere Menschen durch "offene Bildungsressourcen"?
  2. Bessere Menschen durch "offene Bildungsressourcen"?

Die Fähigkeiten, die dazu verhelfen, in einer wissensbasierten Gesellschaft zu bestehen, würden häufig nicht gefördert, wenn Bildungseinrichtungen und Lehrer davon ausgingen, dass die Lehrer die "Wissensspender" sind ("dispensers of knowledge"), kritisieren die Autoren der Roadmap und schreiben: "Dieses Modell wird von vielen Experten und Praktikern der Lehre kritisiert, und es ist oft diskutiert worden, dass eine Bildungsrevolution nötig ist, die durch E-Learning-Methoden, neue Bildungswerkzeuge und Inhalte angeregt werden könnte, die über das Web verfügbar sind." Diese Revolution sei deshalb noch nicht eingetreten, weil derartige Bildungsinnovationen eine neue Lehrkultur und Mentalität voraussetzten, außerdem starke organisatorische Hindernisse in den etablierten Bildungseinrichtungen überwunden werden müssten. Daher gehen die Autoren davon aus, dass sich die Situation eher langsam verändern wird.

Diese Situation könne allerdings durch offene Bildungsressourcen auch nur bedingt beeinflusst werden. "OER können zwar eine treibende Kraft hin zu einer derartigen Veränderung sein, aber nur wenn Lehrrichtlinien und Organisationsstrukturen Lehrer und Lernende befähigen, diese Ressourcen sinnvoll zu nutzen", so die Studie. Wenn die derzeitige Praxis von lehrerzentrierter Wissensvermittlung bestehen bleibe, werden OER nur einen geringen Einfluss haben. Dennoch sei es sinnvoll sie einzusetzen. Die Autoren zitieren den Bildungsexperten C. Sidney Burrus, der in den Anhörungen zur Studie gesagt hatte: "Traditionellen Lehrern moderne offene Bildungsressourcen an die Hand zu geben, ist wohl nicht so effektiv, wie die Variante, sie modernen Lehrern zur Verfügung zu stellen, aber es ist besser als nichts. Wichtige Veränderungen geschehen in zwei Phasen: Zuerst macht man die alte Aufgabe besser, dann definiert man die Aufgabe neu. Einige der traditionellen Lehrer werden sich verändern, aber langsam und teilweise. Ich empfehle, jeden zu beteiligen, der bereit ist mitzumachen."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Bessere Menschen durch "offene Bildungsressourcen"? 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Waffensystem Spur
Menschen töten, so einfach wie Atmen

Soldaten müssen bald nicht mehr um ihr Leben fürchten. Wozu auch, wenn sie aus sicherer Entfernung Roboter in den Krieg schicken können.
Ein IMHO von Oliver Nickel

Waffensystem Spur: Menschen töten, so einfach wie Atmen
Artikel
  1. OpenBSD, TSMC, Deathloop: Halbleiterwerk für Automotive-Chips in Japan bestätigt
    OpenBSD, TSMC, Deathloop
    Halbleiterwerk für Automotive-Chips in Japan bestätigt

    Sonst noch was? Was am 15. Oktober 2021 neben den großen Meldungen sonst noch passiert ist, in aller Kürze.

  2. Pornoplattform: Journalisten wollen Xhamster-Eigentümer gefunden haben
    Pornoplattform
    Journalisten wollen Xhamster-Eigentümer gefunden haben

    Xhamster ist und bleibt Heimat für zahlreiche rechtswidrige Inhalte. Doch ohne zu wissen, wer profitiert, wusste man bisher auch nicht, wer verantwortlich ist.

  3. China: Illegale Kryptominer zapfen Strom von Staatsfirmen an
    China
    Illegale Kryptominer zapfen Strom von Staatsfirmen an

    Im Kampf gegen Kryptomining haben chinesische Behörden entdeckt, dass auch in staatlichen Unternehmen und Behörden Strom abgezapft wurde.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Bis 21% auf Logitech, bis 33% auf Digitus - Cyber Week • Crucial 16GB Kit 3600 69,99€ • Razer Huntsman Mini 79,99€ • Gaming-Möbel günstiger (u. a. DX Racer 1 Chair 201,20€) • Alternate-Deals (u. a. Razer Gaming-Maus 19,99€) • Gamesplanet Anniversary Sale Classic & Retro [Werbung]
    •  /