IT-Branche lehnt Stand-by-Verbot ab
Zur Reduzierung des Stromverbrauchs hatte die Grünen-Spitzenpolitikerin gefordert, Stand-by-Schaltungen zu verbieten. Sie geht davon aus, dass die Leistung zweier Kernkraftwerke dadurch eingespart werden könnte.
Karch hob hervor, dass dies bedeuten würde, dass bspw. Fernsehgeräte ohne Fernbedienung auskommen müssten. Er bezweifelte, dass die Kunden das mitmachen würden. Zudem seien viele Geräte auf einen Stand-by-Modus angewiesen, wie etwa Anrufbeantworter, Router oder Faxgeräte. Gegenüber der HAZ betont der Umweltexperte des Bitkom-Verbandes, dass die möglichen Einsparungen ein "rein rechnerischer" Wert seien.
Das Bundesumweltministerium geht einer Studie zufolge davon aus, dass der Stand-by-Modus jährlich rund 22 Milliarden Kilowattstunden Energie benötigt – das ist mehr, als die Städte Berlin und Hamburg zusammen benötigen. Die meisten "Leerlaufverluste" entstehen mit 27 Prozent durch Fernseh- und Videogeräte, ein weiteres Viertel entsteht durch die Computer- und Telekommunikationstechnik. 16 Prozent gehen durch Stereoanlagen flöten.
Der HAZ zufolge lehnen Hersteller von IT-Technik das Verbot ebenfalls ab. Großkunden und viele anderen würden die Kaufentscheidung beispielsweise bei Displays von der Existenz eines Ausschalters abhängig machen, so NEC gegenüber der HAZ. Dennoch hätten nur große Modelle einen entsprechenden Schalter, bei kleinen sei der Stromverbrauch sehr gering.
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