Novell: "Wir fühlen uns Open Source verpflichtet"

Golem.de:Aber haben Sie denn nicht das Gefühl, dass zumindest in Teilen der Community ein Image-Schaden entsteht?

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Holger Dyroff: Kurzfristig mag das der Fall sein. Natürlich gibt es einzelne Bereiche, wo Novell nicht mehr so gut dasteht - insbesondere beim Samba-Projekt. Wir müssen uns letztendlich an unseren Taten messen lassen. Ich glaube, dass auch die Teile der Community, die Kritik geübt haben, sehen werden, dass sich unsere Taten nicht ändern. Wir haben nach wie vor Entwickler für Samba ...

Golem.de:... aber auch welche verloren.

Holger Dyroff: Richtig, aber die können wir intern ersetzen. Es ist ja nicht so, dass unter 4.700 Novell-Mitarbeitern nicht hochintelligente Leute dabei sind, die sich in solche Projekte einarbeiten können. Und wir haben natürlich auch offene Stellen, die wir mit Universitätsabsolventen belegen und die einarbeiten. Man kann heute schließlich auch keine 20 Kernel-Entwickler suchen, denn es gibt keine am Markt. Wir gehen daher mehr und mehr dazu über, interne Ausbildungsprogramme zu schaffen.

Golem.de: Sie haben eben schon angesprochen, dass sie Projekte unter der GPLv2 freigegeben haben, womit wir beim nächsten Thema sind. Die Free Software Foundation (FSF) hat angekündigt, die GPLv3 so zu überarbeiten, dass diese nicht mit ihrem Abkommen vereinbar ist. Sehen Sie darin ein Problem?

Holger Dyroff: Wir sehen darin natürlich ein Problem, aber am ehesten für die Open-Source-Community. Die GPL ist eine nichtdiskriminierende Lizenz. Die Intention, die Lizenz in einer Art und Weise zu überarbeiten, dass ein bestimmtes Abkommen nicht darunter fallen kann, widerspricht komplett dem Open-Source-Gedanken. Ich glaube aber, dass Äußerungen eher interpretiert werden. Wir haben solche Äußerungen auch nicht direkt von Eben Moglen bekommen, der ja direkt an der Lizenzschaffung beteiligt ist.

Die GPL ist nichtdiskriminierend und wir denken, dass wir auch mit dem Abkommen niemanden diskriminieren. Wir wollen jetzt und in Zukunft, dass Open Source für alle offen ist und von jedem verwendet werden kann. Und zu so einer Community gehört eben jeder, auch Microsoft. Dies bringt uns zu dem anderen Problem der GPLv3, nämlich den Bereichen der digitalen Rechteverwaltung und des geistigen Eigentums. Das sind Bereiche, die nicht nur mit uns, sondern mit vielen Firmen kontrovers diskutiert werden. Insbesondere mit den Firmen, die Inhalte vertreiben und für sich ein Recht sehen, diese durch Digital Rights Management (DRM) zu schützen.

Wir als Open-Source-Anbieter haben natürlich auch kein Interesse daran, dass diese Realität von der FSF ignoriert wird. Denn wenn dies dazu führt, dass geschützte Inhalte nur auf proprietären Betriebssystemen abgespielt werden können und Linux davon ausgeschlossen ist, bringt uns das nicht weiter und auch unsere Kunden nicht.

Golem.de: Angenommen, die GPLv3 wird eine Klausel enthalten, die mit ihrem Abkommen nicht vereinbar ist und Projekte stellen ihre Software unter die GPLv3 - was macht dann Novell?

Holger Dyroff: Das ist reine Spekulation. Wir sind an den Diskussionsprozessen zur GPLv3 beteiligt und sehr aktiv. Dort haben wir auch Entwürfe gesehen. Jedenfalls sehen wir uns dadurch für jetzt und die Zukunft in keiner Weise beeinträchtigt - alles weitere wäre wirklich Spekulation.

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The Troll 06. Apr 2007

Das ist eine interessante Frage, aber ich denke, dass sich relativ wenige wirklich aus...

BSDDaemon 19. Mär 2007

Wir haben keinen Keller ;-) Wegen dem Grundwasser steht das Haus auf einem kleinen Hügel.

x1XX1x 19. Mär 2007

in geschichte geschlafen, oder wie? :D

IT Diplom Fachmann 19. Mär 2007

...denn der echte Profi kann nur auf propreitäre Techniken setzen, wie sie z.b. aus dem...

wiZ-art 18. Mär 2007

Diese dauernde Verwendung des Begriffes "Rechtssicherheit" ist doch albern: bislang...



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