Abo
  • Services:

Novell: "Wir fühlen uns Open Source verpflichtet"

Golem.de: Kommen wir nochmal zur Virtualisierung. Entwickelt Novell diese paravirtualisierten Treiber selbst? XenSource beispielsweise bietet solche Treiber ja bereits an.

Stellenmarkt
  1. JOB AG Industrial Service GmbH, Baunatal
  2. GoDaddy Operating Company, LLC., Ismaning

Holger Dyroff: Die werden von Novell selbst entwickelt und wir haben insbesondere mit Intel eng zusammengearbeitet. Schließlich geht es auch darum, die Intel-VT- und AMD-V-Hardware-Virtualisierung auszunutzen. Die Treiber sind also eine eigene Entwicklung, für die wir im Enterprise-Bereich auch Support anbieten werden. Wir können die Treiber aber nicht als Open Source veröffentlichen, da Microsoft dies nicht erlaubt. Denn die Treiber basieren auf dem Microsoft-Treiber-Toolkit, aus dem Header und Bibliotheken stammen. Eine Öffnung ist also nicht möglich, sondern wir wählen eine proprietäre Lizenz.

Golem.de: Wie sieht es bei den Office-Formaten aus, wäre der Open-XML-Konverter auch ohne das Abkommen möglich gewesen? Open XML ist schließlich, zumindest laut Microsoft, ein offenes Dateiformat.

Holger Dyroff: Es ist ein offenes Dateiformat, doch Microsoft unterstützt uns vor allem finanziell bei der Entwicklung. Wären Novell oder andere bereit gewesen, hier selbst zu investieren, wäre der Konverter sicherlich etwas, was auch so da sein könnte. Da Microsoft sich hier aber finanziell engagiert, geht es natürlich schneller und die Umwandlung wird nahezu zu 100 Prozent korrekt funktionieren. Microsoft liefert für die Entwickler, die wir inzwischen eingestellt haben, auch technischen Support, so dass nicht bei jedem Problem die kompletten Spezifikationen durchgelesen werden müssen. So können wir uns an Microsoft wenden und das Problem klären.

Wie bei der Virtualisierung: Teil der Vereinbarung war, dass Microsoft selbst in die Entwicklung investiert, durch die Novell neue Mitarbeiter bezahlen kann.

Golem.de: Nun gab es insbesondere aus der Community etliche Kritik. Sie selbst waren schon vor dem Kapitel Novell bei Suse, haben also ganz klar einen Open-Source-Hintergrund. Was antworten Sie Projekten, die Ihnen vorwerfen, Open Source zu schaden?

Holger Dyroff: Wir sehen in diesem ganzen Deal und den Aktionen keinerlei Schaden, sondern nur Nutzen für Linux und die Community. Wir haben hier eine offizielle Anerkennung von Linux durch Microsoft im Enterprise-Bereich. Das bringt uns mit den Kunden dramatisch nach vorne und für die zukünftige Entwicklung und Durchsetzung von Linux ist diese Akzeptanz ganz wichtig. Daher kommt eben, wie vorhin schon erwähnt, das höhere Vertrauen der Kunden. Aus unserer Sicht führt dies letztendlich zu einer schnelleren Linux-Adaption, so dass wir Microsoft schneller ein- und überholen können.

Dem Wettbewerb hat dies auch in keiner Weise geschadet. Wir gehen nach wie vor Kopf an Kopf, wenn es darum geht, beispielsweise SAP auf Linux oder Windows einzusetzen. Da geht unser Vertriebsmitarbeiter ganz aggressiv rein und empfiehlt Linux. Des Weiteren fühlt sich Novell vor und nach dem Deal Open Source verpflichtet. Wir machen eher mehr für Open Source, da wir auf der Vertriebsebene mehr Umsatz machen können und dadurch mehr Möglichkeit haben, dies in Open Source zu investieren.

Seit dem Deal haben wir mit dem OpenSuse Build Service und dem Live-CD-Generator Kiwi zwei neue Projekte in einem sehr frühen Stadium unter die GPLv2 gestellt. Ich glaube, dass uns viele andere Aktionen zeigen, dass wir uns der Community gegenüber verpflichtet fühlen. Für uns war es immer eher ein Nutzen, das haben Teile der Community nicht so gesehen, doch dies hat was mit Glauben zu tun und wir können es nicht einfach durch Überzeugung ändern.

 Novell: "Wir fühlen uns Open Source verpflichtet"Novell: "Wir fühlen uns Open Source verpflichtet" 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6.  


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Der Marsianer, Spaceballs, Titanic, Batman v Superman)
  2. (2 Monate Sky Ticket für nur 4,99€)
  3. 4,99€

The Troll 06. Apr 2007

Das ist eine interessante Frage, aber ich denke, dass sich relativ wenige wirklich aus...

BSDDaemon 19. Mär 2007

Wir haben keinen Keller ;-) Wegen dem Grundwasser steht das Haus auf einem kleinen Hügel.

x1XX1x 19. Mär 2007

in geschichte geschlafen, oder wie? :D

IT Diplom Fachmann 19. Mär 2007

...denn der echte Profi kann nur auf propreitäre Techniken setzen, wie sie z.b. aus dem...

wiZ-art 18. Mär 2007

Diese dauernde Verwendung des Begriffes "Rechtssicherheit" ist doch albern: bislang...


Folgen Sie uns
       


Lenovo Ideapad 720S - Test (AMD vs. Intel)

Wir vergleichen Lenovos Ideapad 720S mit AMDs Ryzen 7 und Intels Core i5.

Lenovo Ideapad 720S - Test (AMD vs. Intel) Video aufrufen
Klimaschutz: Unter der Erde ist das Kohlendioxid gut aufgehoben
Klimaschutz
Unter der Erde ist das Kohlendioxid gut aufgehoben

Die Kohlendioxid-Emissionen steigen und steigen. Die auf der UN-Klimakonferenz in Paris vereinbarten Ziele sind so kaum zu schaffen. Fachleute fordern daher den Einsatz von Techniken, die Kohlendioxid in Kraftwerken abscheiden oder sogar aus der Luft filtern.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. Xiaoice und Zo Microsoft erforscht menschlicher wirkende Sprachchat-KIs
  2. Hyperschallgeschwindigkeit Projektil schießt sich durch den Boden
  3. Materialforschung Stanen - ein neues Wundermaterial?

Grenzenloser Datenzugriff: Was der Cloud-Act für EU-Bürger bedeutet
Grenzenloser Datenzugriff
Was der Cloud-Act für EU-Bürger bedeutet

Neue Gesetze in den USA und der EU könnten den Weg für einen ungehinderten und schnellen weltweiten Datenzugriff von Ermittlungsbehörden ebnen. Datenschützer und IT-Wirtschaft sehen die Pläne jedoch sehr kritisch.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Elektronische Beweise EU-Kommission fordert weltweiten Zugriff auf Daten
  2. Panera Bread Café-Kette exponiert Millionen Kundendaten im Netz
  3. Soziale Netzwerke Datenschlampereien mit HIV-Status und Videodateien

Datenschutz: Der Nutzer ist willig, doch die AGB sind schwach
Datenschutz
Der Nutzer ist willig, doch die AGB sind schwach

Verbraucher verstehen die Texte oft nicht wirklich, in denen Unternehmen erklären, wie ihre Daten verarbeitet werden. Datenschutzexperten und -forscher suchen daher nach praktikablen Lösungen.
Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti

  1. Soziales Netzwerk Facebook ermöglicht Einsprüche gegen Löschungen
  2. Soziales Netzwerk Facebook will in Deutschland Vertrauen wiedergewinnen
  3. Denial of Service Facebook löscht Cybercrime-Gruppen mit 300.000 Mitgliedern

    •  /