Mobiltelefon als Bahn- und Busfahrkarte (Update)
Ein erster Praxistest für Touch&Travel startet noch in diesem Jahr auf der ICE-Strecke Berlin-Hannover, einem Teilnetz der Berliner S-Bahn und im gesamten städtischen Nahverkehr der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam. Eine deutschlandweite Markteinführung ist nach erfolgreichem Abschluss des Tests geplant.
Das eTicketing-Verfahren von DB und Vodafone nutzt "Near Field Communication" (NFC), was eine kontaktlose Datenübertragung mit einem Abstand weniger Zentimeter erlaubt und die in kommende Mobiltelefon-Generationen integriert werden soll.
Bei Touch&Travel werden alle Bahnsteige und Haltestellen mit so genannten Touchpoints ausgerüstet: An diesen An- bzw. Abmeldepunkten checkt der Fahrgast per Tastendruck mit seinem Handy kontaktlos ein und nach Erreichen seines Reiseziels wieder aus. Die gefahrene Strecke und der Fahrpreis werden errechnet und der registrierte Nutzer erhält monatlich eine Rechnung.
Nachtrag vom 16.3. 2007, 13:15 Uhr:
Auf der CeBIT konnte Golem.de am Stand von Vodafone das neue System bereits in der Praxis sehen. Der Vorteil für den Reisenden liegt vor allem darin, dass er sich bei der Nutzung mehrerer Verkehrsmittel nicht mit den verschiedenen Tarifsystemen herumschlagen muss. Wer beispielsweise von München zur CeBIT reisen muss, braucht dafür zuerst eine Fahrkarte für den Verkehrsverbund MVV, dann ein Ticket der Bahn, und in Hannover eine Fahrkarte der Üstra.
Der NFC-Chip vom Philips-Nachfolger NXP im Motorola-Prototyen kann auch Daten an das Fahrkarten-Kontrollgerät im Zug senden, sodass die Berechtigung zur Fahrt so überprüft wird – wer sich nicht eingebucht hat, muss im Zweifelfall nachlösen. Ein umgebautes Kontrollgerät, wie es die Bahn verwendet, konnte Vodafone auch bereits vorführen.
Neben den Abrechnungssystemen und den Kontrollgeräten soll die Ausstattung aller Haltestellen mit den Einbuch-Punkten die Bahn und die Verkehrsverbünde nur sehr wenig kosten, weil für ein RFID-Tag in den sogenannten "Touchpoints" nicht einmal Strom benötigt wird. Auf Nachfragen von Golem.de zum Datenschutz hatte Vodafone aber noch kein Konzept vorzuweisen. Dies, so hieß es, müsse noch mit den Feldversuchen geklärt werden. Sie sollen im Oktober 2007 mit zunächst 800 ausgewählten Vodafone-Kunden im Raum Potsdam/Berlin starten. So die einzelnen Verkehrsverbünde mitziehen, rechne Vodafone nicht vor 2009 mit einer flächendeckenden Ausstattung der Haltestellen mit Touch&Travel.
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