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Vorschau: Turbines storylastiges Herr der Ringe Online

Vielversprechendes Mittelerde-Online-Rollenspiel startet im April 2007 in Europa. Codemasters lud vor einigen Tagen zu einer Vorab-Präsentation von Turbines kommendem Online-Rollenspiel "Herr der Ringe Online – Die Schatten von Angmar" nach Hamburg. Golem.de war vor Ort und konnte sich anschließend anhand der geschlossenen Beta einen ersten Eindruck zum vielversprechenden Titel machen.
/ Andreas Sebayang
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Das Online-Rollenspiel Herr der Ringe Online beginnt mit dem ersten Buch der Romanvorlage in Eriador. Dabei orientiert sich das für Asheron's Call und Dungeons & Dragons Online bekannte Entwicklerstudio Turbine nicht an Peter Jacksons Filmvorlage, sondern bedient sich einer eigenen Interpretation der Welt von J.R.R. Tolkien.

Zur Beginn hat der Spieler die Wahl zwischen 4 Rassen: Elben, Zwerge, Menschen und Hobbits. dazu stehen 7 rollenspieltypische Klassen bereit, die entsprechend der Romanvorlage ausgewählt wurden. Massenhaft Magier gibt es in Herr der Ringe Online also nicht.

Gegenüber den ersten Berichten zum Online-Rollenspiel hat sich einiges in der Welt geändert. Ursprünglich war es etwa vorgesehen, Reittiere erst mit einer Erweiterung einzuführen. Turbine hat aber offenbar auf die Wünsche der Spieler gehört und die Reittiere doch früher fertig gestellt. Dem Spieler stehen zwei Optionen für die Benutzung von Reittieren zur Verfügung, entweder wendet man sich an einen der Ställe und reitet gegen Geld zwischen zwei Orten, dies ist auch innerhalb eines Ortes möglich, oder der Spieler kauft sich selbst ein Pferd, sofern er bereits die 35ste von insgesamt 50 Spielstufen erreicht hat. Immerhin soll es laut Turbine rund 50 Millionen Quadratmeter zu bereisen geben, dazu gehören jedoch auch Instanzen und Hausinnenräume, die nicht zu Ross bereist werden können.

Damit die Mittelerde für den Spieler nicht allzu statisch erscheint, verändert sich diese Welt ein wenig, ohne dass es einen Einfluss auf andere Spieler hat. Dazu starten neue Charaktere etwa in einem Gebiet, das sich im Laufe der Geschichte verändert, erst wenn diese Veränderung abgeschlossen ist, finden sich die Spieler technisch in der selben Welt wieder. Daher gibt es einige Regionen praktisch doppelt, es hilft dennoch die richtige Stimmung im Spiel zu erzeugen.

Dem Spieler bieten sich gleich zu Beginn verschiedenste Aufgaben an. Diese werden oft mit einer schönen Geschichte begleitet und sind nicht nur auf einzelne Aufgaben beschränkt. Vielmehr wird der Spieler von einem Quest-Geber zum nächsten geschickt und so langsam in der Geschichte des jeweiligen Zweiges vorangebracht. Dank einer Questlog-Funktion kann später noch einmal der gesamte Verlauf nachgelesen werden – bei vielen Aufgaben ist das aufmerksame Lesen durchaus notwendig.

Insgesamt kann der Spieler bis zu 40 Quests annehmen, einige davon können nebenbei gemacht werden und bauen nicht unbedingt aufeinander auf. So können – wie bei anderen Online-Rollenspielen – mehre Aufgaben parallel gelöst werden. Dabei geht zwar die Übersicht ein wenig verloren, das Questlog hilft jedoch dabei, die Aufgaben zu verwalten.

Neben den für das Genre üblichen Sammel-Quests heizen einem auch Aufgaben ein, die mit einem Zeitlimit versehen sind. Weitere Belohnungen gibt es durch Neben-Quests oder auch das Abschließen besonderer Aufgaben, wer etwa alle Quests in einem Gebiet beendet, bekommt ebenfalls einen Bonus. Dazu gehört auch das Nutzen eigener Fertigkeiten, die nach intensiver Nutzung weitere Boni freischalten. Einige dieser Errungenschaften sind nur für das Rollenspiel interessant, etwa die Zuweisung von Titeln. Auf das Rollenspiel und Charakterindividualisierung legt Turbine nach eigenen Aussagen besonderen Wert und gibt dem Spieler entsprechend nützliche Möglichkeiten in die Hand.

Gerade für das Rollenspiel recht interessant und immer wieder für Aufmerksamkeit sorgend, ist die Nutzung der Musikinstrumente im Spiel. Wer bei den ersten Versuchen nicht beobachtet werden will, der verzieht sich am besten in ein abgelegenes Waldstück und hofft, dort nicht entdeckt zu werden.

Ein wenig Timing und musikalisches Gefühl vorausgesetzt, lässt sich auch in der Gruppe fröhlich musizieren, immerhin stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung, die drei Oktaven für das eigene musikalische Können bieten. Bei Star Wars Galaxies hat die Möglichkeit, Instrumente und Tanz einzusetzen, durchaus seine Fans gefunden.

Die Welt von Herr der Ringe ist stark auf das Miteinander angelegt. Wie Turbines CEO Jeff Anderson es umschrieb, soll es jedoch nicht nur Spaß machen einen Hobbit zu spielen, sondern auch, diesen zu erlegen. Wer die dunkle Seite spielen möchte, der kann ab Level 10 durch ein Portal schreiten und Gegner wie etwa Orks oder Spinnen spielen. In verschiedenen Quests muss dann etwa statt nach Spinnenbeinen nach Hobbit-Beinen gesucht werden, idealerweise durch das Erlegen der kleinen Plagegeister.

Hinter dem Portal beginnt zudem der Spieler-gegen-Spieler-Kampf (PvP). Leider ist es in Herr der Ringe Online nicht möglich, direkt mit den eigenen Helden gegeneinander anzutreten. Stattdessen starten die Spieler mit Level-50-Monstern, kämpfen mit diesen gegeneinander und ergattern sich dadurch Punkte.

Turbine entschied sich für diese Art des PvP, um PvP-unerfahrene Spieler nicht zu verschrecken und will offenbar auch nicht auf Zwischenlösungen setzen, wie etwa verschiedene Server bei World of Warcraft. Wer beim Marktführer plötzlich doch die Lust auf etwas risikoreicheres Spielen hat, muss dazu den Server wechseln und darf schon recht früh erfahren, was es bedeutet von einem hochstufigen Charakter erlegt zu werden.

Bei Herr der Ringe Online steht diesem Spielerlebnis zumindest eine gewisse Chancengleichheit im Weg. Soweit die Theorie, denn während des Hineinschnupperns in die Beta war noch nicht allzu viel los in dem PvP-Gebiet. Später soll es jedoch zu epischen Schlachten kommen, in denen die Spielergruppierungen versuchen einzelne Gebiete einzunehmen. Die Architektur der Burgen lässt vermuten, dass es nicht so einfach ist, sie einzunehmen. Insbesondere Bogenschützen dürften bei der Defensive ihren Spass haben, zudem werden die Burgen zusätzlich von Nicht-Spieler-Charakteren bewacht. Einigen Spielern zufolge soll das PvP-Erlebnis am ehesten mit Dark Age of Camelot zu vergleichen sein, es fehlen derzeit jedoch noch die Belagerungswaffen.

Herr der Ringe Online macht einen vielversprechenden Eindruck, wer gerne ein Rollenspiel mit viel Hintergrundgeschichte spielt, der wird sich in Mittelerde wohl fühlen. Die Landschaft ist – soweit es so früh schon beurteilbar ist – eine Augenweide. Die Aufgaben sind sehr schön erzählt und Langeweile kommt auf Grund der vielen Neben-Quests nicht so schnell auf.

Herr der Ringe Online soll mehr werden als ein nur auf das Kämpfen ausgelegtes Online-Rollenspiel und der erste Eindruck bestätigt diesen Anspruch. Es ist vor allem die Detailverliebtheit, die zu gefallen weiß. Die Architektur der Gebäude, die Landschaften, eine sehr schöne Stimmung die durch die passende und gelungene Sound-Kulisse erzeugt wird und nicht zuletzt die Möglichkeiten den Charakter zu prägen, lassen auf den Start des fertigen Spiels hoffen.

Dafür sind die Hardware-Anforderungen recht hoch und insbesondere der Arbeitsspeicher wird zu einem Flaschenhals. Ein GByte RAM sollte es schon sein, in höheren Einstellungen empfiehlt sich durchaus mehr, damit das Spiel nicht ins Stocken gerät.

Ob der Spielspaß auch nach Monaten noch anhält, bleibt abzuwarten. Einige Aspekte von Online-Rollenspielen erschließen sich dem Spieler erst nach Monaten Spielzeit, in einigen Fällen gar erst nach Jahren.

So soll etwa der Tag- und Nachtwechsel Einfluss auf das Verhalten der Bewohner und Monster haben, in den Startgebieten war davon jedoch noch nichts zu bemerken. Andere Details wie das bereits erwähnte PvP-Spielgefühl oder die versprochenen mehr als 100 Regionen, mehr als 1.500 Quests, die auch mit Cut-Scenes die Geschichte weiterspinnen, und 2.000 Bewohner inklusive vieler aus den Büchern bekannten Personen, ließen sich im Rahmen der Vorschau kaum betrachten.

Derartige Zahlenspiele wirken auf den ersten Blick beeindruckend, sagen jedoch nur bedingt etwas über das Spielgefühl in höheren Leveln aus. Zudem verspricht Turbine – wie andere Hersteller auch – die Welt konstant zu erweitern, sei es über einzelne Erweiterungen oder über Content-Patches.

Der Herr der Ringe Online – Bree-town
Der Herr der Ringe Online – Bree-town (01:12)

Wer das Spiel noch vor der Veröffentlichung testen möchte, dem bietet Golem.de in Zusammenarbeit mit Codemasters die Chance auf ein paar Zugänge zur Beta an, die noch bis zum 8. April 2007 läuft. Insgesamt verlosen wir zehn Betakeys zur geschlossenen Beta. Dazu genügt es jedoch nicht einfach nur eine E-Mail an gewinnspiel@golem.de mit dem Betreff "[Hobbits haben kurze Beine] Gewinnspiel" zu senden, vielmehr sollten angehende Hobbits begründen, warum gerade sie nach Mittelerde reisen dürfen.

Einsendeschluss für die E-Mail-Verlosung ist der 21. März 15:00 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen, die Gewinner werden per E-Mail kontaktiert und unter dem Artikel bekanntgegeben.

Turbines Herr der Ringe Online soll am 24. April 2007 europaweit starten, dann mit mehr Servern die zudem nach Sprachen aufgeteilt sind. Neben dem Kaufpreis für das Spiel kommen noch monatliche Gebühren zwischen 9 und 13 Euro pro Monat hinzu. Vorbesteller des Spiels haben als Besonderheit zudem die Möglichkeit entweder besonders günstig die ersten 6 Monate zu spielen (ca. 54,- Euro) oder sich von den Abogebühren für 149,- Euro komplett freizukaufen. Vorbesteller können zudem schon ab dem 14. April 2007 spielen.


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