Vorschau: Turbines storylastiges Herr der Ringe Online

Zur Beginn hat der Spieler die Wahl zwischen 4 Rassen: Elben, Zwerge, Menschen und Hobbits. dazu stehen 7 rollenspieltypische Klassen bereit, die entsprechend der Romanvorlage ausgewählt wurden. Massenhaft Magier gibt es in Herr der Ringe Online also nicht.
Damit die Mittelerde für den Spieler nicht allzu statisch erscheint, verändert sich diese Welt ein wenig, ohne dass es einen Einfluss auf andere Spieler hat. Dazu starten neue Charaktere etwa in einem Gebiet, das sich im Laufe der Geschichte verändert, erst wenn diese Veränderung abgeschlossen ist, finden sich die Spieler technisch in der selben Welt wieder. Daher gibt es einige Regionen praktisch doppelt, es hilft dennoch die richtige Stimmung im Spiel zu erzeugen.
Insgesamt kann der Spieler bis zu 40 Quests annehmen, einige davon können nebenbei gemacht werden und bauen nicht unbedingt aufeinander auf. So können – wie bei anderen Online-Rollenspielen – mehre Aufgaben parallel gelöst werden. Dabei geht zwar die Übersicht ein wenig verloren, das Questlog hilft jedoch dabei, die Aufgaben zu verwalten.
Gerade für das Rollenspiel recht interessant und immer wieder für Aufmerksamkeit sorgend, ist die Nutzung der Musikinstrumente im Spiel. Wer bei den ersten Versuchen nicht beobachtet werden will, der verzieht sich am besten in ein abgelegenes Waldstück und hofft, dort nicht entdeckt zu werden.
Ein wenig Timing und musikalisches Gefühl vorausgesetzt, lässt sich auch in der Gruppe fröhlich musizieren, immerhin stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung, die drei Oktaven für das eigene musikalische Können bieten. Bei Star Wars Galaxies hat die Möglichkeit, Instrumente und Tanz einzusetzen, durchaus seine Fans gefunden.
Hinter dem Portal beginnt zudem der Spieler-gegen-Spieler-Kampf (PvP). Leider ist es in Herr der Ringe Online nicht möglich, direkt mit den eigenen Helden gegeneinander anzutreten. Stattdessen starten die Spieler mit Level-50-Monstern, kämpfen mit diesen gegeneinander und ergattern sich dadurch Punkte.
Bei Herr der Ringe Online steht diesem Spielerlebnis zumindest eine gewisse Chancengleichheit im Weg. Soweit die Theorie, denn während des Hineinschnupperns in die Beta war noch nicht allzu viel los in dem PvP-Gebiet. Später soll es jedoch zu epischen Schlachten kommen, in denen die Spielergruppierungen versuchen einzelne Gebiete einzunehmen. Die Architektur der Burgen lässt vermuten, dass es nicht so einfach ist, sie einzunehmen. Insbesondere Bogenschützen dürften bei der Defensive ihren Spass haben, zudem werden die Burgen zusätzlich von Nicht-Spieler-Charakteren bewacht. Einigen Spielern zufolge soll das PvP-Erlebnis am ehesten mit Dark Age of Camelot zu vergleichen sein, es fehlen derzeit jedoch noch die Belagerungswaffen.
Herr der Ringe Online soll mehr werden als ein nur auf das Kämpfen ausgelegtes Online-Rollenspiel und der erste Eindruck bestätigt diesen Anspruch. Es ist vor allem die Detailverliebtheit, die zu gefallen weiß. Die Architektur der Gebäude, die Landschaften, eine sehr schöne Stimmung die durch die passende und gelungene Sound-Kulisse erzeugt wird und nicht zuletzt die Möglichkeiten den Charakter zu prägen, lassen auf den Start des fertigen Spiels hoffen.
Dafür sind die Hardware-Anforderungen recht hoch und insbesondere der Arbeitsspeicher wird zu einem Flaschenhals. Ein GByte RAM sollte es schon sein, in höheren Einstellungen empfiehlt sich durchaus mehr, damit das Spiel nicht ins Stocken gerät.
So soll etwa der Tag- und Nachtwechsel Einfluss auf das Verhalten der Bewohner und Monster haben, in den Startgebieten war davon jedoch noch nichts zu bemerken. Andere Details wie das bereits erwähnte PvP-Spielgefühl oder die versprochenen mehr als 100 Regionen, mehr als 1.500 Quests, die auch mit Cut-Scenes die Geschichte weiterspinnen, und 2.000 Bewohner inklusive vieler aus den Büchern bekannten Personen, ließen sich im Rahmen der Vorschau kaum betrachten.
Derartige Zahlenspiele wirken auf den ersten Blick beeindruckend, sagen jedoch nur bedingt etwas über das Spielgefühl in höheren Leveln aus. Zudem verspricht Turbine – wie andere Hersteller auch – die Welt konstant zu erweitern, sei es über einzelne Erweiterungen oder über Content-Patches.

Wer das Spiel noch vor der Veröffentlichung testen möchte, dem bietet Golem.de in Zusammenarbeit mit Codemasters die Chance auf ein paar Zugänge zur Beta an, die noch bis zum 8. April 2007 läuft. Insgesamt verlosen wir zehn Betakeys zur geschlossenen Beta. Dazu genügt es jedoch nicht einfach nur eine E-Mail an gewinnspiel@golem.de mit dem Betreff "[Hobbits haben kurze Beine] Gewinnspiel" zu senden, vielmehr sollten angehende Hobbits begründen, warum gerade sie nach Mittelerde reisen dürfen.
Einsendeschluss für die E-Mail-Verlosung ist der 21. März 15:00 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen, die Gewinner werden per E-Mail kontaktiert und unter dem Artikel bekanntgegeben.
Turbines Herr der Ringe Online soll am 24. April 2007 europaweit starten, dann mit mehr Servern die zudem nach Sprachen aufgeteilt sind. Neben dem Kaufpreis für das Spiel kommen noch monatliche Gebühren zwischen 9 und 13 Euro pro Monat hinzu. Vorbesteller des Spiels haben als Besonderheit zudem die Möglichkeit entweder besonders günstig die ersten 6 Monate zu spielen (ca. 54,- Euro) oder sich von den Abogebühren für 149,- Euro komplett freizukaufen. Vorbesteller können zudem schon ab dem 14. April 2007 spielen.