LinuxBIOS mit X-Server
Für das um eine grafische Oberfläche erweiterte LinuxBIOS nutzte Alan Carvalho de Assis einen normalen 2 MByte großen BIOS-Flash-Baustein. In diesem findet neben dem freien BIOS auch ein abgespeckter Linux-Kernel Platz. Zum Einsatz kommt die Version 2.6.20, mit nur wenigen aktivierten Funktionen wie TCP/IP sowie Unterstützung für ELF-Module, Maus und Tastatur. Ferner wird die uClibc eingesetzt, eine auf Größe optimierte C-Bibliothek.
Außerdem ist Busybox enthalten, eine Sammlung grundlegender Unix-Programme, die alle in einer kleinen Datei zusammengefasst sind. Als X-Server wird KDrive verwendet, der ebenfalls für Umgebungen mit wenig Speicherplatz ausgelegt ist. Für die grafische Oberfläche wurde Matchbox ausgewählt. Wie die einzelnen Bestandteile kompiliert und konfiguriert werden müssen, beschreibt ein Howto(öffnet im neuen Fenster), das später auch auf die Seiten des LinuxBIOS-Projektes gelangen soll.
Damit ist das komplette Linux-System in dem BIOS-Flash-Chip untergebracht, so dass auch keine zusätzliche Festplatte benötigt wird. Voraussetzung ist freilich ein Mainboard, das vom LinuxBIOS unterstützt wird. Die Startzeit, bis Busybox bereitsteht, soll so nur etwa sechs Sekunden betragen, weitere zwei Sekunden brauchen anschließend KDrive und Matchbox zum Laden. Diese Zeit soll sich noch weiter optimieren(öffnet im neuen Fenster) lassen, indem beispielsweise die Grafikkarte anders initialisiert wird.
Das LinuxBIOS-Projekt wurde 1999 im Los Alamos National Laboratory gestartet und will die letzte proprietäre Instanz in Computern durch freie Software ersetzen. Schon seit längerem wird es von der Free Software Foundation und seit kurzem auch von Google unterstützt. Erst im Februar 2007 wurde das LinuxBIOS auch auf ein modernes Mainboard mit Sockel AM2 und nForce-Chipsatz portiert.
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