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Generation Commodore 64

Computer-Nerds gelten als sonderliche Zeitgenossen - zu Unrecht laut eines Buchs

Machen Computer dumm? Mit diesem Vorurteil räumt das ehemalige C-64-Kind David Pfeifer gründlich auf: Computer machen klüger, heißt es in seiner Streitschrift "Klick", die Bodo Mrozek von der Golem.de-Schwester Netzeitung.de unter die Leselupe nahm.

Buch: 'Klick. Wie moderne Medien uns klüger machen'
Buch: 'Klick. Wie moderne Medien uns klüger machen'
Computer haben kein gutes Image. Wer schon als Kind an seiner Kiste daddelte, kennt die besorgten Blicke bemühter Bedenkenträger: Junge, geh mal an die frische Luft. Menschen, die ihre Zeit am Rechner verbringen, droht nicht nur Verfettung, sondern angeblich auch Verdummung. Computer-Nerds gelten als sonderliche, für die Gesellschaft verlorene Zeitgenossen.

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Mit diesen Vorurteilen möchte nun David Pfeifer aufräumen. "Wer auch immer damit angefangen hat, eine hoch kompliziert zu bedienende Maschine wie den Computer für Dummheit und Faulheit bei Teenagern verantwortlich zu machen - er hat ganze Arbeit geleistet", schreibt der Hamburger Journalist in seinem Buch "Klick. Wie moderne Medien uns klüger machen", das soeben erschienen ist.

Würde ein Jugendlicher vor einem Schachspiel sitzen, so genösse er den Respekt seiner Umgebung. Wer hingegen konzentriert auf einen Bildschirm blickt, werde von seiner Umwelt noch immer bemitleidet. Tatsächlich aber, so die These, die Pfeifer auf 170 Seiten ausbreitet, fördere der Umgang mit Rechenmaschinen die Intelligenz: "Unsere Auffassungsgabe wird geschult, unsere kognitiven Fähigkeiten und unsere Reaktionsgeschwindigkeit." Unterstützung holt sich Pfeifer von etlichen Experten, die er besucht und im Buch ausgiebig zitiert hat: Mediziner, Pädagogen, Verhaltensforscher.

Die These ist zwar nicht neu, aber dennoch gut geeignet, gegen den technikfeindlichen Frischluftfanatismus der besorgten älteren Generation aufzumucken. Insbesondere wenn Pfeifer den als "Killerspielen" viel gescholtenen Ballerspielen die angeblich verderbliche Wirkung abspricht. Ähnlich wie im Schachspiel gehe es dabei um das Ausschalten von Gegnern. Nur wirft dem Schachspieler ja auch niemand das Abschlachten unschuldiger Bauern und Pferde vor.

Der 'Brotkasten': Commodore 64
Der 'Brotkasten': Commodore 64
"Klick" ist auch ein Generationenbuch. Nicht ohne Nostalgie erinnert sich der 1970 geborene Autor an seinen ersten Heimcomputer vom Typ Commodore 64, die Musik von "Alan Parson's Project" und die unerwiderte Liebe zu Jody Banks, die Bikini tragende, von Schauspielerin Heather Thomas verkörperte Wuchtbrumme aus der Fernsehserie "Ein Colt für alle Fälle". Und an Befehle der Programmiersprache Basic, die heute wie Beschwörungsformeln aus einer längst vergangenen Epoche früher Wargames klingen: "Run, Input, Print."

Wer sich noch an brummende Datasetten und braune Computergehäuse erinnert, fühlt sich hier gut aufgehoben. Aber auch wer nicht zur Generation C 64 gehört, findet in Pfeifer einen Anwalt der digitalen Kultur, der manche abgehobene Diskussion auf den Boden der Tatsachen erdet. So weist er darauf hin, dass der Umsatz an Ego-Shootern gerade einmal vier Prozent der Computerspiele ausmacht - während die Berichterstattung das umgekehrte Verhältnis prägt.

Bisweilen gerät das etwas missionarisch: "Die digitale Technik hilft unserem Geist, sich zu lösen aus den alten vorgefertigten Realitäten." Natürlich singt Pfeifer das Loblied auf den Gemeinsinn von Wikipedia, gibt eine komprimierte Version der Google-Story wieder, besingt den kommerziellen Erfolg von Amazon und eBay und lobpreist die Bloggerei.

So ist "Klick" ein Buch, in dem der versierte Anwender wenig Neues findet - dies aber in übersichtlich komprimierter und leicht verständlich vorgetragener Form. Als Streitschrift kommt das Buch, das man reflexartig "überfällig" zu nennen versucht ist, vielleicht etwas spät, denn in Tagen des viel beschworenen "Web 2.0" stehen die Türen für ein Pro-Computer-Plädoyer mittlerweile weiter offen als die sprichwörtlichen Scheunentore.

Da beruhigt es am Ende fast, dass offenbar doch irgend etwas Dämonisches in den Kisten zu wohnen scheint, deren Loblied Pfeifer so hymnisch singt. An einer Stelle verrät sich der Autor selbst. Warum sonst gibt er zu, dass ihm das Schreiben seines Buches nur dann gelang, wenn er vorher den Stecker seines W-LANs gezogen und die Spielkonsole im Schrank eingeschlossen hatte? Aber wer weiß - vielleicht geht es Schachspielern da nicht anders.

Das Buch von David Pfeifer erschien im Februar 2007 unter dem Titel "Klick. Wie moderne Medien uns klüger machen" (EAN 9783593381619) mit einem Umfang von 178 Seiten. Verlegt wird es vom Campus-Verlag, Frankfurt am Main. Der Preis beträgt 17,90 Euro.


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ollip30 30. Jun 2010

jaja früher war alles besser. und die jugend heute...alles knalltüten, nur wir waren...

Tobi_1972 21. Mär 2008

insgeheim hat der c64 auch meine Laufbahn entscheidend beeinflusst. Ohne jeglichen...

-der-informator- 08. Mär 2007

... revolutionärer Apple ][ Profihardware ... :D Die Jungs hiessen bei uns Klicki-Bunit...

macuser 08. Mär 2007

Hab neulich 2 aufm Flohmarkt gefunden ;-)

Der Nordstern 08. Mär 2007

Der Brotkasten war auf jeden Fall schonmal ein ausgezeichneter Ersatz für die...



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