Pilotversuch Handy-TV - Reloaded
DVB-H steht für "Digital Video Broadcasting Handheld" und ist ein international standardisiertes Übertragungsverfahren, das Fernsehen, Hörfunk und Telemedien auf mobilen Empfangsgeräten ermöglicht. Mit dem DVB-H-Standard können ca. 16 Programmplätze mit TV-, Hörfunk- und Telemedienangeboten verbreitet werden.
Die Landesmedienanstalten fordern für die potenziellen Handy-Zuschauer ein vielfältiges Angebot, das neben eingeführten und reichweitenstarken Programmen weitere TV-Programme aus den Bereichen Nachrichten, Musik und Sport enthält. Auch Hörfunkprogramme und regionale Programme sind verpflichtend anzubieten. Weiter sollen die Anbieter von Handy-TV innovative Angebote entwickeln und ausstrahlen, die den kleinen Handy-Displays und der Möglichkeit, per Mobiltelefon zu interagieren, Rechnung tragen.
Der Start von Handy-TV im DVB-H-Standard soll bis Ende 2007 ermöglicht werden, wenn es nach der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten (ALM) geht. Einige Länderanstalten rechnen jedoch erst Anfang 2008 mit dem erneuten Startschuss. Die Erprobungsphase soll drei Jahre dauern.
Bislang erfreut sich das mobile Fernsehen in Deutschland keiner übermäßig großen Beliebtheit. Bemängelt werden die kleinen Bildschirme und die Anzahl an Sendungen, die auf dieses kleine Format zugeschnitten sind und damit möglichst viel mit Nahaufnahmen statt mit Totalen arbeiten. Aber auch die Programmauswahl ist mit vier Programmen eher beschränkt.
Die Verfechter der DVB-H hatten immer damit argumentiert, dass ihr Standard eine größere Programmvielfalt ermögliche. Doch DVB-H kam nicht vom Fleck. Die föderale Struktur im Rundfunk hat lange verhindert, ein bundesweit abgestimmtes Ausschreibungs- und Auswahlverfahren durchzuführen. Während der Fußball-WM lief in ausgewählten Städten lediglich eine Testphase für DVB-H, während zugleich die Übertragung via DMB zum ersten Juni 2006 offiziell und für jedermann gestartet ist.



