Neuer WLAN-Stack im Linux-Entwickler-Kernel
Devicescape-Code soll Treiberentwicklung erleichtern
Der von Devicescape entwickelte Linux-WLAN-Stack ist nun in den von Andrew Morton gepflegten Entwickler-Kernel aufgenommen worden. Damit sollte er nach einer Testphase auch in den Hauptzweig des Kernels gelangen. Der neue Stack unterstützt vor allem Funktionen, die dem derzeit verwendeten System fehlen und ist somit ein wichtiger Schritt hin zu besserer Unterstützung drahtloser Netzwerke unter Linux.
Bisher firmierte der neue WLAN-Stack unter dem Namen Devicescape oder d80211, wurde jedoch kürzlich in mac80211 umbenannt. Nachdem er bereits durch die Kernel-Entwickler außerhalb des Kernels gepflegt wurde, nahm Andrew Morton ihn in seinen Entwickler-Kernel 2.6.21-rc2-mm1 auf. Damit wird der Stack nach einer Testphase in den Hauptzweig des Kernels gelangen.
Derzeit ist die WLAN-Unterstützung unter Linux noch immer ein Bereich, in dem viel Arbeit nötig ist. Gerade der häufige Austausch des verwendeten Stacks führte in der Vergangenheit dazu, dass nur wenige aktuelle Chipsätze unterstützt wurden. Nachdem Devicescape seinen Stack unter der GPL veröffentlichte, nahmen sich die Kernel-Entwickler diesem jedoch schnell an, um eine baldige Ablösung des derzeit verwendeten IEEE80211-Subsystems zu erreichen. Dabei war dieses erst mit der Kernel-Version 2.6.14 offiziell aufgenommen worden.
Das neue System bietet aber vor allem mehr Funktionen. Darunter WEP, WPA und die Wireless Multimedia Extensions (WME) inklusive Quality of Service. Auch Hostapd zum Einrichten eines Access Points ist kompatibel mit dem Treiber und er unterstützt Software-MAC-Adressen, wie sie beispielsweise einige Broadcom-Chipsätze benötigen. Zudem unterstützt der Stack Mediastreams, um Sprache und Video über WLAN zu übertragen. In letzter Zeit wurden bereits viele der WLAN-Treiber auf das mac80211-System portiert, so etwa der bcm43xx-Treiber für Broadcom-Chipsätze. Das Verzeichnis umfasst derzeit über 700 Patches. Auch der neue Intel-WLAN-Treiber IPW3945 setzt bereits auf den Devicescape-Stack.
Genau lässt sich nicht absehen, wann der Stack den Sprung aus Andrew Mortons Kernel in den Hauptzweig schafft, schließlich schlummert das Dateisystem Reiser4 auch schon lange in Mortons Entwicklungszweig. Andererseits fühlte sich hierfür auch lange niemand zuständig, bis Morton sich diesem selbst annahm. Der neue WLAN-Stack soll jedoch in jedem Fall in den Kernel gelangen und somit auch die Treiberentwicklung vereinfachen und damit zu einer breiteren Hardware-Unterstützung führen.
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