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Telekom setzt auf Breitband, Mobilfunk und Web 2.0

IPTV-Angebot wird auch für ADSL2+-Kunden geöffnet. Zusammen mit den Zahlen für 2006 hat die Telekom am Morgen dargelegt, wie sie unter ihrem neuen Chef René Obermann ihre Zukunft gestalten will. So will der Konzern seine Strategie künftig auf Breitbanddienste und mobiles Internet auslegen, plant eine Breitband-Offensive, will im Mobilfunk auch durch Zukäufe wachsen und mit einer unabhängigen Discount-Marke an den Markt gehen. Zudem sollen nichtstrategische Geschäftseinheiten verkauft und das Großkundengeschäft mit einem strategischen Partner weiterentwickelt werden. Auch beim Thema Web 2.0 will sich die Telekom engagieren und eigene Produkte entwickeln bzw. sich an bestehenden beteiligen.
/ Jens Ihlenfeld
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Die Deutsche Telekom will in den kommenden Jahren insbesondere mit breitbandigen Angeboten im Massenmarkt für Mobilfunk und Festnetz wachsen. International will die Deutsche Telekom mit Mobilfunk weiter expandieren, gegebenenfalls auch in neuen Märkten und Regionen. Freie Mittel sollen unter anderem aus dem Verkauf von nichtstrategischen Geschäftseinheiten erzielt werden. Das ICT-Geschäft mit internationalen Großkunden soll weiterentwickelt werden. Allerdings ist eine strategische Partnerschaft angestrebt, um zusätzliche Ressourcen zu gewinnen.

Im Privatkundenmarkt in Deutschland sollen mit einer neuen Medienplattform bis Ende 2010 rund 1,5 Millionen Kunden für internetbasiertes Fernsehen gewonnen werden. Dabei werden 50 Städte bis 2008 mit VDSL ausgebaut und an die Plattform angeschlossen und zusätzlich rund 750 Städte auf Basis der ADSL2+-Technologie bis Ende 2007 erschlossen.

International erwartet die Deutsche Telekom im Mobilfunk weiter deutlich steigende Kundenzahlen in fast allen Präsenzmärkten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den USA mit einem Zuwachs von mehr als 5 Millionen Kunden bis 2008. In Europa wird ebenfalls mit einer klar steigenden Kundenzahl gerechnet.

Um die Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland zu verbessern, will Telekom-Chef Obermann vor allem Kosten senken. Dazu zählt unter anderem der Umbau der Netzinfrastruktur auf eine IP-basierte Technologie, Konsolidierung der IT-Infrastruktur, Effizienz- und Produktivitätssteigerung im Kundenservice und weitere Ausschöpfung von Skaleneffekten im Mobilfunkgeschäft.

Darüber hinaus soll der Kundenservice verbessert und in einer ersten Phase die Erreichbarkeit der Call-Center, die Abarbeitung von Kundenaufträgen und die Termintreue verbessert werden. Dazu soll auch die Bündelung der Call-Center, der technischen Infrastrukturbereiche und des technischen Kundendienstes in eigenständigen Einheiten innerhalb des Konzerns beitragen. Auf diesem Weg sollen die Produktivitäts- und Kostennachteile in diesen Bereichen deutlich verringert werden. Für die Beschäftigten bedeutet dies längere Arbeitszeiten und zum Teil geringere Löhne.

Im deutschen Festnetz- und Mobilfunkmarkt wird die Deutsche Telekom ihre Position als führender Anbieter durch neue Produkte und innovative Dienste stärken, laufen ihr derzeit doch die Kunden davon. Wesentlicher Ansatzpunkt für das Festnetz ist das Wachstum bei schnellen Internetzugängen. Hier will die Deutsche Telekom 2007 über 40 Prozent der Neukunden im Markt für sich erreichen.

Die Netzinfrastruktur soll 2007 weiter für IPTV und Bündelangebote (Triple-Play) ausgebaut werden. Durch den Aufbau einer neuen Medienplattform will die Deutsche Telekom bis Ende 2007 insgesamt rund 17 Millionen Haushalten in Deutschland Zugang zu IPTV-Angeboten über schnelle Netzverbindungen bieten. Dabei werden Schritt für Schritt weitere Städte mit VDSL ausgebaut und an die Plattform angeschlossen und rund 750 Städte auf Basis der ADSL2+-Technologie erschlossen.

Bislang bietet die Telekom ihr Fernsehangebot nur über VDSL an, künftig sollen auch Kunden mit ADSL2+, das bis zu 16 MBit/s bietet, ein TV-Angebot in Standardqualität erhalten. HDTV bleibt VDSL-Kunden vorbehalten.

Im Mobilfunkgeschäft in Deutschland soll die Position im Laufe dieses Jahres durch neue Produkte wie das in den USA erfolgreiche MyFaves gestärkt werden. Mit MyFaves können Mobilfunkgeräte personalisiert und auf der Benutzeroberfläche Symbole für bevorzugte Gesprächspartner eingerichtet werden. Gespräche zu den ausgewählten Personen sind besonders günstig. Das "web ’n’ walk"-Angebot der T-Mobile Deutschland soll zudem weiter ausgebaut werden.

Der Markenauftritt wird vereinfacht: T-Home wird für Angebote zu Hause stehen, T-Mobile für Angebote unterwegs. T-Systems bleibt im Geschäftskundenmarkt bestehen. Darüber hinaus will die Telekom bis Sommer 2007 aber eine unabhängige Zweitmarke starten, um das Marktpotenzial bei Breitband und Mobilfunk stärker auszuschöpfen. Die Zweitmarke soll mit einem eigenen Auftritt, einfachen Angeboten bzw. Festnetz- und Mobilfunk-Bündeln zu äußerst wettbewerbsfähigen Preisen sehr preisbewusste Kundengruppen ansprechen. Besonders das Segment der jungen Kunden soll erschlossen werden.

Auch das Thema Web 2.0 hat die Telekom entdeckt und will dieses für sich nutzen: "Mobiles Internet wird ebenso ein Mega-Trend wie Web 2.0, Synonym für die aktive Mitgestaltung des Internets und die persönliche und soziale Vernetzung der Nutzer. Deshalb arbeiten wir unter anderem an Angeboten für Communities, also zum Beispiel Familien, Freunde, Interessengruppen" , so Obermann. So soll "Personal and Social Networking" per Mobilfunk überall nutzbar gemacht und mobile Blogs angeboten werden.

Neben eigenen Entwicklungen setzt der Konzern auf Partnerschaften mit anderen Anbietern zur Integration populärer Internetangebote und auf Investitionen bzw. unternehmerische Beteiligungen in entsprechende Produkte und Konzepte.

Das ICT-Großkundengeschäft will die Telekom mit einem Partner weiterentwickeln, denn wichtig sei hier eine hohe internationale Präsenz und Größe, zielt die Telekom doch auf internationale Großkunden ab.

Zudem will die Deutsche Telekom Geschäftseinheiten veräußern, die nicht zur Strategie passen. Konkret zur Veräußerung auf dem Prüfstand sind die T-Systems-Einheit Media & Broadcast, ein Dienstleister für die Rundfunk- und Medienindustrie, DeTeImmobilien, Club Internet und Ya.com, also das Internetgeschäft in Frankreich und Spanien, zudem die Funktürme in Deutschland und den USA (Deutsche Funkturm GmbH und US Towers) und die verbleibenden Anteile in der Immobiliengesellschaft Sireo.

Für das Jahr 2006 vermeldet der Konzern einen Umsatz von 61,3 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 2,9 Prozent. Dabei liegt der Umsatzanteil des Auslandsgeschäfts bei 47 Prozent und unter dem Strich steht ein EBITDA mit 19,4 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss liegt bei 3,9 Milliarden Euro.

Dabei ging der Inlandsumsatz 2006 verglichen mit dem Vorjahr um rund 1,7 Milliarden Euro bzw. 5,0 Prozent auf 32,5 Milliarden Euro zurück, der Auslandsumsatz stieg um 3,5 Milliarden Euro bzw. 13,6 Prozent auf 28,9 Milliarden Euro.

So konnte T-Mobile Deutschland die Zahl seiner Kunden zwar um 6,4 Prozent auf 31,4 Millionen Kunden steigern, dennoch verzeichnete das Unternehmen für das vergangene Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang um 4,7 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Ursachen für diese rückläufige Umsatzentwicklung waren unter anderem das weiter um mehr als zehn Prozent gesunkene Preisniveau im deutschen Mobilfunkmarkt sowie die Auswirkungen der seit November 2006 geltenden regulierungsbedingten Absenkung der Terminierungsentgelte. Der Umsatzrückgang belastete auch das bereinigte EBITDA von T-Mobile Deutschland, das einen Rückgang um 8,3 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro verzeichnete.

Im Geschäftsfeld Breitband/Festnetz ging der Umsatz im Inland 2006 um rund 6,1 Prozent auf 21,8 Milliarden Euro zurück. Im Wesentlichen ist diese Entwicklung auf schwächere Umsätze im Bereich Netzkommunikation zurückzuführen. In diesem Bereich führte die Abwanderung von Anschlusskunden aus dem T-Com-Netz zu alternativen Festnetzanbietern bzw. in den Mobilfunk ebenso wie das weiter gesunkene Preisniveau dazu, dass insbesondere durch den Rückgang der Verbindungsumsätze die Umsatzerlöse um 1,1 Milliarden Euro bzw. neun Prozent zurückgegangen sind. Das bereinigte EBITDA des Deutschlandgeschäfts reduzierte sich auf Grund der schwächeren Umsätze und durch höhere Kundenakquisitionskosten um 11,6 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro.

Das Breitband-Geschäft läuft für die Telekom aber wieder besser: Allein im vierten Quartal 2006 verzeichnete T-Com im Inland mit fast 880.000 neuen Breitbandanschlüssen den höchsten Quartalszuwachs bei DSL seit Markteinführung. Der Anteil der eigenvermarkteten Breitbandanschlüsse stieg dabei im vierten Quartal signifikant an: von 19,0 Prozent im dritten Quartal auf 64,0 Prozent im vierten Quartal.


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