BenQ Mobile wird zerschlagen
Aus dem Gläubigerausschuss verlautete, dass die Gespräche mit den Interessenten, mit denen bis diese Woche verhandelt wurde, zu keinem Ergebnis geführt hätten. Der nächste Schritt ist nun, das Inventar zu versteigern – Schreibtische wie Werkshallen gleichermaßen. Prager habe dafür vom Ausschuss bei einer schriftlichen Abstimmung die erforderliche Mehrheit bekommen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Laut Insolvenzgutachten stünden einem geschätzten Vermögen von 310 Millionen Euro plus Bankguthaben in Höhe von 66 Millionen Euro Verbindlichkeiten von 883 Millionen Euro gegenüber, schreibt die SZ(öffnet im neuen Fenster) weiter.
Für die 3.000 Mitarbeiter bedeutet die endgültige Entscheidung, dass ihr Arbeitsplatz unwiderruflich verloren ist. Die Mitarbeiter ohne neue Anstellung werden in die von der Siemens AG finanzierte Beschäftigungsgesellschaft überführt.
Prager verhandelte die letzten Monate mit verschiedenen Interessenten, die zum Teil anonym bleiben wollten. Namentlich bekannte Bieter wie die deutsch-amerikanische Investorengruppe um den Manager Hansjörg Beha oder der Hamburger Laptop-Hersteller Bacoc hatten ihre Angebote zurückgenommen. Die Offerte des US-Elektronikunternehmens Sentex Sensing Technology fand vor den Augen des Gläubigerausschusses kein Gehör.
Der taiwanische Elektronikriese BenQ hatte den Handyhersteller 2005 von Siemens übernommen und sich dafür mit mehreren hundert Millionen Euro gut bezahlen lassen. Auf Grund von Umsatzeinbußen verweigerte Taiwan weitere finanzielle Unterstützung, so dass BenQ Mobile Ende September 2006 Insolvenz anmelden musste.