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Microsoft soll 1,5 Milliarden US-Dollar für MP3 zahlen

Alcatel-Lucent gewinnt im Streit um MP3-Lizenzen vor Gericht. Microsoft wehrt sich gegen das Urteil eines Bezirksgerichts in San Diego, nach dem Microsoft rund 1,5 Milliarden US-Dollar an Alcatel-Lucent für die Nutzung von MP3-Patenten zahlen soll. Das Urteil sei weder durch Gesetze noch durch Fakten begründet, so Microsoft. Sollte es Bestand haben, könnten auch andere Unternehmen in Zukunft an Alcatel-Lucent zahlen müssen.
/ Jens Ihlenfeld
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Durch die Übernahme von Lucent gelangte Alcatel-Lucent in den Besitz der Patente der Bell Labs, die wie auch das Fraunhofer Institut für integrierte Schaltungen (IIS) an der Entwicklung der Audio-Kompression MPEG-1 Audio Layer 3 beteiligt waren. Dafür fordert Alcatel-Lucent nach Medienberichten Ende Januar rund 2 Milliarden US-Dollar, 1,5 Milliarden sprach das Gericht dem Unternehmen zu.

Bereits Ende Januar 2007 hieß es, Klagen gegen weitere Unternehmen könnten folgen. Genannt wurden Apple, HP, Intel und Yahoo, also Schwergewichte, die MP3 in ihren Produkten und Angeboten nutzen.

Microsoft seinerseits argumentiert, Lizenzen für die Nutzung der MP3-Technik über Thomson erworben zu haben, die diese für das Fraunhofer IIS vermarkten. Neben Thomson/Fraunhofer kassiert seit geraumer Zeit die italienische Firma Sisvel für MP3 und beruft sich auf Patente von Philips in diesem Zusammenhang. Alcatel-Lucent ist nun der Dritte im Bunde, der Ansprüche erhebt.

Microsoft betont, man gehe wie viele andere kleine und große Unternehmen davon aus, durch die Fraunhofer-Lizenzen für die Nutzung von MP3 bezahlt zu haben. Diese erhielt Microsoft vergleichsweise günstig für 16 Millionen US-Dollar. Microsoft verweist auch auf die Reichweite des Urteils, das hunderte von Firmen betreffe.

Allerdings ist der Streit um die MP3-Patente zwischen Microsoft und Alcatel-Lucent nur Teil eines umfassenderen Streits um Patente.


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