Eric S. Raymond wendet sich von Fedora ab
Nach 13 Jahren als loyaler Red-Hat- und Fedora-Nutzer habe er seine Grenze erreicht, schreibt Eric S. Raymond in seiner E-Mail an die Entwickler-Mailingliste(öffnet im neuen Fenster) des Fedora-Projektes. Er habe versucht, ein Paket zu aktualisieren und vier Stunden dafür gebraucht, da Abhängigkeiten nicht aufgelöst werden konnten. Schließlich habe er sich Ubuntu installiert.
Seine E-Mail schickte Raymond auch gleich an einige Online-Linux-Publikationen, denn er spart nach seiner Einführung nicht mit Kritik an dem Fedora-Projekt. Über die letzten fünf Jahre habe er beobachten müssen, wie die Distribution sämtliche ihrer Vorteile weggeworfen habe, wobei sich die Probleme auf technischer und politischer Ebene bewegen würden. Unter anderem gebe es chronische Führungsprobleme und auch die Repositorys würden nicht ordentlich gepflegt, was zu Schwierigkeiten bei der Software-Installation führe. Der Prozess, um selbst Pakete zu der Distribution beizusteuern, sei außerdem zu komplex, Red Hat habe sich nicht genügend der RPM-Entwicklung gewidmet, das Projekt hätte den Desktop-Markt vernachlässigt und man würde sich nach wie vor nicht darum kümmern, proprietäre Multimedia-Formate abspielen zu können.
Allerdings vergisst Raymond dabei beispielsweise, dass sich das Fedora-Projekt ganz bewusst gegen die Aufnahme proprietärer Codecs entschlossen hat. Das RPM-Format hingegen leidet tatsächlich unter einigen Problemen, vor allem, da es mittlerweile zwei unabhängig voneinander gepflegte Entwicklungszweige gibt. Red Hat hat jedoch unter RPM.org(öffnet im neuen Fenster) eine Projektseite eingerichtet, um das Paketformat in einem offenen Prozess weiterzuentwickeln.
Eric S. Raymond ist Mitbegründer der Open-Source-Bewegung und Autor des Essays "The Cathedral and the Bazaar(öffnet im neuen Fenster)". Umstritten ist er vor allem, da er das amerikanische Recht auf Waffenbesitz vehement verteidigt und auch die US-Invasion im Irak 2003 unterstützte. Er ist auch an der Projektleitung der Freespire-Distribution beteiligt, die früher auf Debian und künftig auf Ubuntu basiert.
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