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Branche will bei Totalverbot von Killerspielen auswandern

Wirtschaftsstandort Deutschland macht sich unrentabel. Sollte es zu dem von der CSU ins Spiel gebrachten Totalverbot von so genannten Killerspielen kommen, droht die Branche mit einer Abkehr aus Deutschland. Nicht nur seitens der betroffenen Unternehmen und Verbände regt sich Widerstand, auch der Programmierer-Nachwuchs sorgt sich um seine Zukunft.
/ Andreas Donath
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"Es gibt einige Entwickler, die bereits überlegen, wegen der schlechter werdenden Rahmenbedingungen ins Ausland zu gehen" , sagte Thomas Dlugaiczyk, Geschäftsführer der Berliner Games Academy, dem Berliner Tagesspiegel. Die Branche werde künftig einen Bogen um Deutschland machen, wenn die Pläne Gesetz würden. Große Bedenken gegen eine Verschärfung des Jugendschutzes hat auch Ubisoft. "Sinnvolle Regeln zum Jugendschutz begrüßen wir" , sagte Niels Bogdan von Ubisoft gegenüber dem Tagesspiegel, "aber der aus Bayern eingebrachte Entwurf schießt über das Ziel hinaus."

Noch gar nicht klar ist, wie der Begriff Killerspiel überhaupt auszulegen ist. In dieser Richtung hat auch der Bundesverband interaktive Unterhaltungssoftware Probleme mit dem Sofortprogramm, das das Bundesfamilienministerium "zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor extrem gewalthaltigen Computerspielen" gerade beschlossen hat.

"Selbst die 'Moorhuhn'-Jagd ist gewalthaltig" , sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Olaf Wolters. Die Grenze zu finden sei unmöglich. Wolters meinte, dass ein solches Verbot nicht mit der Verfassung vereinbar sei – wegen Verstoßes gegen die Kunst- und die Berufsfreiheit.

In die gleiche Kerbe schlug auch der deutsche Kulturrat, der Dachverband der Bundeskulturverbände. Er forderte zur Mäßigung bei der derzeitigen Diskussion auf. Anders als bisher praktiziert, seien auch Computerspiele als Kunst anzusehen. Die persönliche Einordnung der Qualität eines Spiels dürfe keine Rolle spielen, da die Kunstfreiheit nicht an die Qualität des Werkes gebunden ist.

Der Antrag Bayerns auf ein Totalverbot von Killerspielen war am Freitag (16. Februar 2007) im Bundesrat an die Ausschüsse verwiesen worden.


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