Statt Standleitung: VPN-Router bündelt 6 DSL-Anschlüsse
Derzeit sind in Deutschland für Standleitungen mit Geschwindigkeiten von wenigen Megabit pro Sekunde noch immer mehrere hundert Euro zu bezahlen, während der Privatanwender schon 6 MBit im Downstream für rund 50 Euro im Monat bekommt. Die Anbieter von Standleitungen für Unternehmen versprechen für ihre Anbindungen jedoch weit geringere Ausfallzeiten und auch höhere Upload-Geschwindigkeiten.
Als Alternative zur teuren Standleitung könnte man mittels eines Routers, der die Pakete für das lokale Netz wieder selbst zusammensetzt, auch mehrere DSL-Anschlüsse bündeln. Das ist in der Praxis jedoch nicht ganz einfach, da die meisten DSL-Anbieter nur eine asymmetrische Datenübertragung anbieten (ADSL) und die Laufzeiten der Pakete gerade über mehrere Anschlüsse sich stark unterscheiden.
Der eigene VPN-Client bindet sich als Netzwerkkarte – und nicht als DFÜ-Verbindung – in einen Windows-PC ein; die Unterstützung für weitere Betriebssysteme soll noch folgen. Viprinet will keine Standards für VPNs einsetzen, sondern setzt ganz auf seine eigene Lösung, die für mobile Rechner auch ein "seamless handover", beispielsweise zwischen einem WLAN-Hotspot und UMTS, anbietet. Nach außen sieht der Traffic des Routers wie eine HTTPS-Übertragung aus.
Derzeit sind die Multichannel-Router und auch die VPN-Clients noch nicht zu haben. Viprinet will sich auf der kommenden CeBIT Partner suchen, die dann auch "virtuelle VPNs" anbieten, also selbst als Provider auftreten und Unternehmen quasi eine Standleitung zu weit geringeren Kosten als bisher üblich anbieten. So man sich selbst um die DSL-Anschlüsse und deren Verwaltung kümmern will, soll die Hardware recht günstig ausfallen. Der Router selbst soll nach der CeBIT zu Preisen um 1.200,- Euro zu haben sein, für die Module sind rund 200,- Euro geplant, gab Viprinet gegenüber Golem.de an.