Ungewisse Zukunft: PalmOS-Nachfolger ist fertig

Neben dem "Product Development Kit" (PDK) zum Bau passender Endgeräte wurde bereits eine Vorabversion eines Software Development Kits (SDK) an ausgewählte Entwickler verteilt. Damit arbeiten derzeit nach Access-Angaben etwa 20 Firmen mit dem Entwicklungswerkzeug.
Das auf Linux und GTK+-Toolkit setzende ALP verfügt über eine Emulationsschicht, um PalmOS- bzw. GarnetOS-kompatible Applikationen auszuführen, die als "Access Garnet Virtual Machine (VM)" bezeichnet wird. Damit soll eine hohe Kompatibilität zu bisherigen PalmOS-Geräten aufrechterhalten werden, indem selbst bisherige 68K-Applikationen auf ALP laufen sollen. Zudem können Linux-Programme mit ALP verwendet werden und ALP umfasst die Java-Lösung JV-Lite2 von Access, um Java-Applets direkt auszuführen. Erst Ende Januar 2007 hatte Access das bisherige PalmOS den neuen Namen GarnetOS verpasst .
Auf Nachfrage von Golem.de wollte Access keine Angaben dazu machen, welche Lizenznehmer Geräte mit ALP planen. Einzig der Netzbetreiber Orange hat sich bislang öffentlich dazu bekannt. Derzeit sieht es um die Zukunft von ALP ohnehin recht düster aus. Laut Access würden jedoch alle Netzbetreiber über die Markteinführung von Linux-Mobiltelefonen nachdenken.
Für Access wäre es sehr wichtig, wenn Palm als Lizenznehmer Geräte mit dem neuen ALP auf den Markt bringt. Eine im Dezember 2006 geschlossene Vereinbarung gestattet Palm jedoch, einen anderen Weg einzuschlagen. Denn seit Ende 2006 hat Palm vollen Zugriff auf den Sourcecode von PalmOS 5.x alias GarnetOS und kann auf Basis dieser PalmOS-Version neue Funktionen in das Betriebssystem integrieren. Es wäre also denkbar, dass Palm trotz der Verfügbarkeit von ALP bei PalmOS 5.x alias GarnetOS bleibt und zukünftige Geräte weiterhin mit diesem Betriebssystem entwickelt.



