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Ungewisse Zukunft: PalmOS-Nachfolger ist fertig

Auslieferung an Hersteller begonnen, erste Geräte erst Ende 2007 erwartet. Access hat den PalmOS-Nachfolger namens "Access Linux Platform" (ALP) fertig gestellt und das "Product Development Kit" (PDK) nach eigenen Angaben bereits an Lizenznehmer ausgeliefert. Erste Geräte mit dem PalmOS-Nachfolger sollen gegen Ende des Jahres erscheinen. Von welchem Hersteller sie stammen könnten, wollte Access nicht verraten.
/ Ingo Pakalski
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Mit der Bekanntgabe der Verfügbarkeit der "Access Linux Platform" (ALP) 1.0 steht auch fest, dass der bisher nur als vorläufig eingestufte Name "Access Linux Platform" die Bezeichnung für den PalmOS- bzw. GarnetOS-Nachfolger darstellt. Damit soll die Entwicklung und Produktion entsprechender Endgeräte vereinfacht und beschleunigt werden.

Neben dem "Product Development Kit" (PDK) zum Bau passender Endgeräte wurde bereits eine Vorabversion eines Software Development Kits (SDK) an ausgewählte Entwickler verteilt. Damit arbeiten derzeit nach Access-Angaben etwa 20 Firmen mit dem Entwicklungswerkzeug.

In dem derzeitigen SDK fehlt noch die ein oder andere Dokumentation, doch schrittweise soll dies nachgereicht werden, damit weitere Entwickler das Tool nutzen können. Erst im Herbst 2007 rechnet Access mit einer generellen Freigabe des SDK.

Das auf Linux und GTK+-Toolkit setzende ALP verfügt über eine Emulationsschicht, um PalmOS- bzw. GarnetOS-kompatible Applikationen auszuführen, die als "Access Garnet Virtual Machine (VM)" bezeichnet wird. Damit soll eine hohe Kompatibilität zu bisherigen PalmOS-Geräten aufrechterhalten werden, indem selbst bisherige 68K-Applikationen auf ALP laufen sollen. Zudem können Linux-Programme mit ALP verwendet werden und ALP umfasst die Java-Lösung JV-Lite2 von Access, um Java-Applets direkt auszuführen. Erst Ende Januar 2007 hatte Access das bisherige PalmOS den neuen Namen GarnetOS verpasst .

Im Unterschied zu Garnet OS liegt die Standard-Auflösung von ALP bei nur noch 240 x 320 Pixeln statt den bisher bei PalmOS-Geräten üblichen 320 x 320 Pixeln. Alternativ werden aber auch höhere Auflösungen wie 320 x 480 Pixel unterstützt. Die maximal unterstützte Auflösung liegt bei 800 x 480 Pixeln. Die Displays dürfen hierbei maximal 262.144 Farben darstellen, das Minimum liegt bei 65.536 Farben, was bislang den Standard von PalmOS-Geräten darstellt.

Auf Nachfrage von Golem.de wollte Access keine Angaben dazu machen, welche Lizenznehmer Geräte mit ALP planen. Einzig der Netzbetreiber Orange hat sich bislang öffentlich dazu bekannt. Derzeit sieht es um die Zukunft von ALP ohnehin recht düster aus. Laut Access würden jedoch alle Netzbetreiber über die Markteinführung von Linux-Mobiltelefonen nachdenken.

Das damals noch von PalmSource entwickelte und auf den Markt gebrachte PalmOS 6.x alias Cobalt wurde niemals in Endgeräte integriert. Palm als der größte und wichtigste Lizenznehmer hat bislang nur Geräte mit PalmOS 5.x alias Garnet entwickelt. Ob Palm ALP lizenziert hat, wollte Access auch Nachfrage nicht verraten.

Für Access wäre es sehr wichtig, wenn Palm als Lizenznehmer Geräte mit dem neuen ALP auf den Markt bringt. Eine im Dezember 2006 geschlossene Vereinbarung gestattet Palm jedoch, einen anderen Weg einzuschlagen. Denn seit Ende 2006 hat Palm vollen Zugriff auf den Sourcecode von PalmOS 5.x alias GarnetOS und kann auf Basis dieser PalmOS-Version neue Funktionen in das Betriebssystem integrieren. Es wäre also denkbar, dass Palm trotz der Verfügbarkeit von ALP bei PalmOS 5.x alias GarnetOS bleibt und zukünftige Geräte weiterhin mit diesem Betriebssystem entwickelt.


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